Augmented Reality (Universe2Go) vs. Virtual Reality (Google Cardboard)

Universe2Go vs. Google CardboardNach meinem letzten Bericht über das Google Cardboard und meine Begeisterung über diese Art dem Sternenhimmel, dem Universum oder auch mal einem Planetarium näher zu kommen, gab es einige offene Fragen.

So ging es darum ob Google Cardboard, ein Virtual-Reality-System, nicht das gleiche wäre wie das Universe2Go, ein Augmented-Reality-System? Da ich hier im Blog schon einzeln über beide Systeme berichtet habe, möchte ich heute beide einfach mal nebeneinander Stellen und vergleichen. Ob das überhaupt geht und was die Vor- und Nachteile sind, findet man nun in diesem Artikel.


VR vs. AR

Beide Systeme habe ich hier im Blog schon einzeln besprochen. Die beiden Artikeln heißen: Universe2Go: Das Planetarium zum mitnehmen und Ein Planetarium für Zuhause – Google’s Cardboard (VR-Brille).

Bevor wir uns aber dem Vergleich der Systeme zuwenden, muss ich den Unterschied zwischen Augmented Reality und Virtual Reality erklären. Die meisten Missverständnisse entstehen nämlich dadurch das diese unterschiedlichen Technologien nicht allen bekannt sind.

Was ist Augmented Reality (AR)?

Fast jeder kennt eigentlich die Google Glass-Brille. Diese hatte es eine Zeit lang in viele Medien geschafft und viele Menschen waren von der Technik begeistert.

Augmented Reality wird auch als Erweiterte Realität bezeichnet. Dabei wird das echte gesehene Bild mit digitalen Inhalten erweitert.

So kann man z.B. seine Wohnung einrichten, indem man sein Tablet nimmt und mit einer APP virtuelle Möbel in den mit der Kamera echten Raum einblendet. Ein solches Augmented Reality-System habe ich letztens auf der MS Wissenschaft gesehen.

Dort gab es ein Stadtmodel (Realität) welches mit digitalen Informationen erweitert wurde. Auf dem Bild kann man das recht gut sehen.

Links sieht man den Blogwürfel mit der Aufschrift “Smart City” und im iPad-Display erkennt man die digitalen Informationen.

Was ist Virtual Reality (VR)

Auch für die Beschreibung einer VR gibt es ein gutes Beispiel. Im Film Matrix werden die Protagonisten in einer virtuelle Umgebung (die Matrix) versetzt. Das heißt man befindet sich direkt in der virtuellen Reality und die Umwelt (echte Realität) verschwindet dabei.

Solche VR-Brillen gibt es z.B. auf dem Spielemarkt schon sehr lange. Aber auch in der Medizin oder anderen Forschungseinrichtungen findet man sowas.

Hierbei taucht man in die virtuelle Realität komplett ab.

Wie wurde das nun bei Universe2Go und bei der Google Cardboard-Brille realisiert?

Universe2Go – ein AR-System

Universe2Go ist seit Ende letzten Jahres auf dem Markt und ist ein Augmented-Reality-System. Bei dem System kommt eine APP für das Smartphone zum Einsatz, die entsprechende digitale Informationen über den realen Sternenhimmel blendet.

Dazu wird die APP auf dem Handy gestartet und in das Universe2Go-System oben (!) eingelegt. Das Handy befindet sich also NICHT vor den Augen, sondern die digitalen Informationen werden über einen Spiegel in das Sichtfeld eingeblendet.

Durch intelligente Programmierung der Bewegungssensoren des Handy weiß die APP nun wo man hinschaut und kann z.B. zwischen die realen Sterne die Sternbildlinien projizieren.

Es erweitert also die echte Realität und fügt digitale Informationen hinzu.

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Auf dem Bild sieht man, wie die APP gerade startet. Ich habe von vorn in das Universe2Go fotografiert und man kann deutlich erkennen, dass hier das Handy nicht vor den Augen ist, sondern darüber.

Google Cardboard – ein VR-System

Dementsprechend kann sich nun auch jeder ein VR-System vorstellen. Bei Google Cardboard befindet sich das Handy direkt vor den Augen und schirmt den Blick auf die echte Realität ab. Je nachdem welche APP man geladen hat, kann man sich in einer virtuellen Umgebung wiederfinden.

Ich habe mir das Solar System VR auf das Handy geladen und konnte dabei mich in der virtuellen Umgebung unseres Sonnensystems wiederfinden.

Auch hier werden die Bewegungssensoren des Smartphones verwendet und somit kann man sich frei im Raum umschauen.

Die folgenden beiden Bilder verdeutlichen das.

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Hier sieht man die geladene APP auf dem Handy, bevor ich den Deckel geschlossen hatte.

 

IMG_4056

Und hier kann man mal durch eine der Linsen schauen und entdeckt die Sonne und Saturn.

Ich glaube das der Unterschied nun gut bewusst und erkennbar ist.

Vor- und Nachteile der beiden Systeme

Da beide System auf unterschiedlichen Technologien beruhen, ist der Vergleich nicht ganz so einfach. Ob man diesen überhaupt ziehen darf, darf jeder für sich entscheiden. Es gibt aber bei beiden Systemen Vor- und Nachteile und diese möchte ich hier einmal ansprechen.

Universe2Go

Hier kommen nun die Vor- und Nachteile des Augmented Reality Systems Universe2Go.

Vorteil:

Das Gerät ist transportable und leicht. Man kann es also überall mit hinnehmen und mittels der APP den Sternenhimmel erkunden.

Es ist sehr gut für den einfachen Einstieg in die Astronomie geeignet. Hier ist die APP schon recht gut ausgereift und man bekommt viele Informationen.

Nachteil:

Der Nachteil bei diesem Gerät ist, und das gilt für alle Augmented Reality System, dass wenn man die Realität nicht sieht, macht das Gerät kaum Sinn. Sprich ist es bewölkt, kann man sich zwar die Sachen aus der APP immer noch anschauen, aber es fehlen halt die realen Informationen. Man sieht halt keinerlei Sterne oder Planeten.

Ein zweiter Nachteil ist, dass hier das System recht abgeschlossen ist und es kaum bzw. keine Entwickler gibt, die hier eigene APP’s für Universe2Go schreiben. Da hier das Gerät eher in der Astronomie-Szene bekannt ist, aber darüber hinaus nicht, wird es wohl auch in absehbarer Zeit keine anderen APP’s dafür geben. Vielleicht ändert sich das aber noch.

Google Cardboard

Nun zu Google Cardboard’s Vor- und Nachteile.

Vorteile:

Der größte Vorteil des Google Cardboard ist wohl der super günstige Einstieg in die VR-Welt. Mit ca. 2,5 bis 12 € kann man hier eine VR-Brille bekommen. Sie ist überall Einsetzbar, da Sie weder vom Wetter noch von der wirklichen Realität abhängig ist.

Weiterhin gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an APP’s für diverse Plattformen (iOS, Android, …). Diese beschäftigen sich nicht nur mit der Astronomie sondern kommen aus allen Bereichen. Es gibt viele Spiele oder andere Anwendungen. Google Streetview gab es auch eine Zeit lang für die VR-Brille. Das Projekt wurde aber geschlossen, da hier vielen Menschen schlecht wurde.

Nachteil:

Der größte Nachteil eines VR-Systems ist die komplette Abschottung von der Umwelt. Natürlich taucht man nur dadurch in die Welten ein, aber man ist immer allein. Also das Erlebnis mit anderen zu Teilen geht einfach nicht. Ich kann zwar das Gerät meiner Frau oder Freunden geben, aber auch Sie sind nur Allein in der virtuellen Welt unterwegs.

Wo kann man sich Universe2Go und Google Cardboard kaufen?

Das AR-System Universe2Go gibt es beim Astroshop zu kaufen. Es kostet 99 €. Hierbei ist das Gehäuse mit Spiegel und Handy-Halterung dabei und der Zugriff auf die APP.

Der, für viele, relativ hohe Preis setzt sich hierbei aus den Produktionskosten für das Gehäuse (Plastik, Wetterbeständig, Stabil) und aus den Entwicklungskosten der APP zusammen. An dieser APP wird ständig weiterentwickelt und daher kann man sich bald auf viele neue Funktionen freuen, die es für alle Besitzer natürlich kostenfrei gibt.

Universe2Go beim Astroshop für 99 €*

Das VR-System von Google Cardboard gibt es nicht wirklich bei Google zu kaufen. Wer mit Google in Kontakt steht, sollte mal nachfragen. Meist liegen die Cardboards dort herum.

Ansonsten hat Google die Anleitung für die Pappbrille frei zur Verfügung gestellt. Man kann sich entweder diese selbst basteln oder man kauft sich die Brille von einem der vielen Anbieter.

Das Google Cardboard kostet zwischen 2,5 € und 12 €. Je nach Ausführung. Hier gibt es mittlerweile auch schon ganz ausgefallene Geräte.

Google Cardboards bei Amazon für 2,50 bis …*

Fazit

Beide Systeme haben Ihre eigenen Stärken und Schwächen. Es kommt sehr darauf an für was man sich interessiert.

Daher kann mein Fazit sich nicht auf ein System festlegen. Wer den Himmel mit realen Sternen erkunden möchte, sollte sich das Universe2Go besorgen. Dies ist besonders für Menschen geeignet die mit dem Sternenhimmel noch nichts zu tun hatten.

Das Google Cardboard wäre eine Spielerei mit der man sehr viel machen kann. Hierbei ist man nicht auf einen Wolkenfreien Himmel angewiesen und kann sich auch mal in komplette Fantasiewelten entführen lassen.

Ich habe beide System hier zu Hause und werde die Entwicklungen der APP’s entsprechend beobachten. Sobald sich hier interessante Anwendungsgebiete ergeben, werde ich Euch informieren.

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