Gastbeitrag: Astronomische Sommernächte 2015 – Teil 1: Nächtliche Foto-Tour auf der Insel Rügen -

Heute gibt es wieder einen Gastbeitrag im Blog und der Autor ist uns vom Beitrag Wildlife-Astronomie auf dem Berliner Drachenberg – von Wildschweinen, Junikäfern und einer Konjunktion – (Gastbeitrag von Tom) schon bekannt.

Dieses mal gibt es einen zweiteiligen Gastartikel. Der erste Teil des Gastartikels startet mit einer Nächtlichen Fototour auf der Ostsee-Insel Rügen.

Was im zweiten Teil passiert, wird an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten. Ich hoffe Euch gefallen die Eindrücke und Bilder die Tom und Andreas auf Ihrer Rügen-Tour sammeln konnten.

Ich wünsche Euch jetzt schon viel Spaß beim lesen.

Astronomische Sommernächte 2015

- Teil 1: Nächtliche Foto-Tour auf der Insel Rügen -

Urlaub am Meer, blauer Himmel und Sonnenschein tagsüber sowie ein klarer dunkler
Sternenhimmel in der Nacht: Das geht auch gut in Deutschland, genauer gesagt auf
Deutschlands größter Insel Rügen. Ich bin jedes Jahr dort und habe die Vielfalt der
Insel, die Natur und den dunklen Sternhimmel schätzen gelernt.
Da Rügen auch nachts so vielseitig ist, plante ich für diesen August eine Foto-Tour
der etwas anderen Art: Ich wollte eine komplette Nacht an den verschiedensten Orten
auf der Insel verbringen. So überlegte ich mir den Sonnenuntergang bzw. -aufgang
ebenfalls in die Tour mit einzuplanen. Denn schließlich sind dies die schönsten
Momente vor und nach einer Astronacht.
Da zur gleichen Zeit auch mein Cousin Andreas Urlaub auf der Insel machte
(übrigens kein Zufall) und er ebenfalls Hobbyfotograf ist, freute ich mich auf
Gesellschaft. Denn mit Personen, die das gleiche Hobby teilen, macht es gleich viel
mehr Spaß.
Breetzer Bodden1Wir fingen also mit der Planung an: Für den Sonnenuntergang sollte ein Punkt auf der
Westseite der Insel gewählt werden. Milchstraßenaufnahmen planten wir nach
Empfehlung eines Freundes in einem Fischerdorf ganz im Norden. Den
Sonnenaufgang schließlich wollten wir dann im Osten der Insel erleben, um die
Sonne über der Ostsee aufgehen zu sehen.

Gesagt, getan. Wir warteten auf eine Nacht mit guter Wetterprognose. Diese sollte
auch nicht lange auf sich warten.
Nachdem wir das Auto mit Verpflegung, warmen Jacken und den Kameraequipments
beluden haben, fuhren wir also zu unserer ersten Station: Der Breetzer Bodden zum
Sonnenuntergang. In der Tat gelangen uns dort schöne Aufnahmen. Wir haben uns
also „warmgeknipst“ für den Rest unserer Tour.

 

Bild: Breetzer Bodden

Breetzer Bodden2

Bild: Breetzer Bodden (Link)

Nach diesem relativ kurzen Foto-Intermezzo ging es rund 60 Kilometer in den
Norden der Insel, zum Kap Arkona. Dort ganz in der Nähe liegt nämlich das kleine
Fischerdorf Vitt, welches mir als Foto-Location empfohlen wurde. Ein Freund hat
dieses Fischerdorf am Tage besucht und weckte in mir das Interesse, diesen Ort mal
in der Nacht zu besuchen und dort die Milchstraße aufzunehmen. Aus diesem Grund
ist diese Fototour auch entstanden.

 

Dort angekommen sind wir auf enge verwinkelte Straßen, kleine Fischerhäuser, viel
Ruhe und Dunkelheit gestoßen. Wir haben das Auto noch vor dem Dorf abgestellt, da
wir uns nicht sicher waren, ob wir dort wenden konnten, geschweige denn von den
Einwohnern eventuell weggeschickt worden wären.

Vitt1

Wir schnappten uns also die Kameras und liefen den Rest bis zum Wasser zu Fuß.
Trotz der Dunkelheit konnte man den Charme dieses Dorfes erkennen und es wurde
uns bewusst, warum dieses unter Denkmalschutz stehende Dorf am Tage auch viele
Besucher erhält. Am Wasser angekommen, war ich überrascht von dem wirklich
dunklen Sternhimmel und der deutlich erkennbaren Milchstraße, die sich über die
Fischerboote spannte. Da mein Cousin sein 8mm-Fisheye-Objektiv mit dabei hatte,
mussten wir nicht lange nach der geeigneten Stelle suchen, um Fotos zu machen,
denn dieses Objektiv hat einen sehr großen Bildwinkel, was ebenfalls für die
Milchstraße auch von Vorteil ist. Aus diesem Grund ist auf den Aufnahmen der
Horizont gewölbt.
Wir wechselten uns mit dem Objektiv ab und machten einige Aufnahmen mit den
Fischerbooten im Vordergrund:

Vitt2

Während die Belichtungen liefen, beobachteten wir den Sternenhimmel mit bloßem
Auge und sahen immer wieder Sternschnuppen vor der Milchstraße huschen.
Allerdings schaffte es unglücklicherweise keine mit auf das Bild.
Von Richtung Norden schickte der Leuchtturm vom Kap Arkona seine immer
wiederkehrenden Lichtkegel zu uns. Das machte die ganze Atmosphäre vor Ort noch
etwas spezieller.
Nach einer knappen Stunde machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto, mit dem
Gedanken im Hinterkopf, auch mal tagsüber hier vorbeizuschauen.
Wir packten die Kameras wieder ein, tranken noch zum Aufwärmen einen warmen
Tee, denn auch Augustnächte können empfindlich kühl werden, besonders am
Wasser. Danach machten wir uns auf zu unserer letzten Station. Diese sollte wie
gesagt im Osten der Insel liegen, um einen schönen Blick zum Sonnenaufgang über
der Ostsee zu gewährleisten. Geplant war von vornherein die Schaabe, eine ca. 12
Kilometer lange Landenge, die einen ebenso langen Strand in Richtung Osten
aufweist. Den genauen Standpunkt wählten wir aber spontan und entschieden uns für
das Ostseebad Juliusruh, das wir gegen 01:00 Uhr erreichten.
Nachdem wir einen guten Platz für das Auto gefunden haben, haben wir uns den
Strand unter dem noch immer fantastischen Sternenhimmel genauer angeguckt und
sind zu dem Entschluss gekommen: Hier bleiben wir für den Rest der Nacht.
Während Andreas erst einmal im Auto ein wenig Schlaf finden wollte, blieb ich am Strand um noch ein paar Aufnahmen zu machen. Es hat richtig Spaß gemacht, an dem
ruhigen Ort, wo sich sonst tagsüber zahlreiche Badegäste am Strand sonnen oder in
der Ostsee baden, den Sternenhimmel zu fotografieren. Einzig das Rauschen der
Ostsee war zu hören.
Zum Einen machte ich Aufnahmen der aufgehenden Plejaden mit dem Strand im
Vordergrund, und zum Anderen von der Milchstraße, die zu diesem Zeitpunkt bereits
hinter der Düne unterging. Der Leuchtturm vom Kap Arkona war auch bis Juliusruh
noch zu sehen (siehe linker Bildrand).

Juliusruh1

Juliusruh2

Als ich beinahe eingeschlafen bin, habe ich mich kurz nach 03:00 Uhr auf den Weg
zurück zum Auto gemacht und leistete Andreas noch ein wenig Schlaf-Gesellschaft.
Nach einer Stunde Schlaf klingelte um 04:30 Uhr der Wecker und der erste müde
Blick ging zum Himmel. Es war immer noch schön klar und schon ziemlich hell.
Beste Bedingungen also für einen schönen Sonnenaufgang.

Gemeinsam sind wir wieder zum Strand runter und es empfing uns eine sehr schöne
Morgenstimmung. Man denkt, die Sonne könnte jeden Moment über dem Horizont
aufgehen, dabei war noch genug Zeit um den richtigen Spot zu finden und die
richtigen Kameraeinstellungen zu treffen. Aber als bei jedem alles passte, wurde Bild
um Bild geschossen. Als Highlight machte ich mittels ND-Filter auch
Langzeitbelichtungen, um das Wasser weich abbilden zu können und so die
Morgenstimmung noch interessanter machen zu können.
So langsam wurden auch die Möwen munter und sorgten für ein akustisches Konzert.

Juliusruh4

Juliusruh5

Juliusruh6

Als die Sonne dann schon ein Stück höher stand und bereits eine angenehme Wärme
aussandte, packten wir alles wieder ein.
Unseren körperlichen Zustand mochte man zwar als müde bezeichnen, jedoch waren wir glücklich, viele Bilder und Eindrücke gesammelt haben zu können. Und mit
diesen Bildern und Eindrücken fuhren wir wieder los. Diese Tour hat sich gelohnt!
Wer sich noch weiter für meine Bilder und die Geschichten dahinter interessiert, kann
mir bei Facebook und/oder Flickr folgen.

Tom Radziwill bei Facebook
Mehr Bilder von Tom auf Flickr

Anbei noch der Flickr-Link von Andreas, dem noch ein Dank gebührt, diese Tour
mitgemacht zu haben ;-)

Mehr Bilder von Andreas auf Flickr 

Vielen Dank

An dieser Stelle möchte ich Tom und Andreas für diesen tollen Bericht danken. Die Bilder sind sehr inspirierend und machen Lust auf eigene Touren. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf den zweiten Teil des Berichtes.

Schaut doch bei Tom und Andreas mal vorbei. Die Links findet Ihr ja oben.

Wie immer muss und möchte ich darauf Hinweisen, dass alle im Artikel enthaltenen Bilder von Tom und Andreas sind. Dort liegt das Urheberrecht und damit dürfen die Bilder auch nur nach Anfrage bei Tom und Andreas verwendet werden.

Ähnliche Artikel:

Gastbeitrag: Astronomische Sommernächte 2015 - Teil 1: Nächtliche Foto-Tour auf der Insel Rügen -, 5.0 out of 5 based on 2 ratings
Teleskop bei Astroshop
Werbung

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *