Mondfinsternis und ISS-Transit zur Totalität (28.9.2015 um 04:32 Uhr)

Durch einen kleinen Hinweis einer meiner Astro-Kollegen, habe ich heute mal nachgeschaut wann eigentlich die Internationale Raumstation am 28.9.2015 über Deutschland zu sehen sein wird.

Was ich rausbekommen habe ich eine astronomische Herausforderung und ein Zufall “par excellence”.

Über Berlin, an meinem Standort wird es einen ISS-Transit zur Mondfinsternis geben und das fast zur Totalität. Wer also das Astrobild des Jahres sucht, sollte sich einmal mit den Überflugdaten der ISS beschäftigen und gegebenenfalls seinen Standort zur Mondfinsternis ändern.

Die Mondfinsternis am 28.9.2015 in den frühen Morgenstunden ist schon ein Highlight für sich. Wir werden ja am Zeiss-Großplanetarium in Berlin mit allen interessierten Sternenfreunden uns dieses Ereignis anschauen.

Alle Infos dazu findet Ihr in meinem Blogartikel: Termin: totale Mondfinsternis, Nacht-TweetUp im Planetarium, Teleskop-Workshop und Himmelstouren am 28.9.2015

Die Totalität der Mondfinsternis findet in den frühen Morgenstunden statt und beginnt um 03:06 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten. Das Maximum liegt zum Zeitpunkt 04:47 Uhr vor.

ISS-Überflug

Wie oben schon erwähnt schrieb mich ein Astrokollege an und sagte mir, ich solle doch mal die ISS-Überflugdaten prüfen und schauen ob von meinem Standort aus die ISS zu sehen sei.

Erst dachte ich mir, ja das wäre schon toll, wenn man den dunklen, roten Mond mit einem ISS-Trail aufnehmen könne. Doch dann sah ich was ganz anderes.

Nach dem bekannten Weg, den ich hier im Blog auch schon beschrieben habe, prüfte ich die Transitdaten der ISS vor dem Mond und was ich hier sah, lässt mein Astronomenherz höher schlagen.

Mittels der Webseite calsky.com konnte ich die Transitdaten prüfen. Wer das selbst machen möchte, findet hier eine Anleitung:  ISS-Bedeckungen von Sonne und Mond ermitteln

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Die Internationale Raumstation wird um 04:32 Uhr die Scheibe des Mondes kreuzen und das auch noch von meinem Standort am Zeiss-Großplanetarium aus.

Die Zentrallinie wird zwar etwas daneben verlaufen, aber das sollte kein Problem sein.

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Fotoausrüstung prüfen

Nun geht es an die Vorbereitungen. Schließlich darf ich nichts vergessen. Ich werde meinen 4 Zöller Refraktor mit einer anhängenden DSLR verwenden und die ISS per Foto-Serie einfangen.

Hier muss ich also noch die Akkus laden, Refraktor einpacken, Montierung prüfen, Chipkarten nicht vergessen, Zeit des Transits aufschreiben und Adapter einpacken. Alles damit ich mein Foto des Jahres bekomme.

Schwierig wird es sicherlich mit den Belichtungszeiten. Hier muss ich mir noch einige Astrofotos mit Daten eines ISS-Transits anschauen, damit ich die Grundeinstellungen schon mal vornehmen kann.

So ein Bild gibt es nie wieder im Leben. Das Wetter schein zum Glück auch zu passen. Ich bin wirklich aufgeregt und hoffe das alles glatt geht und das Bild was wird.

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7 comments

  1. Stefan Schaaf sagt:

    Mit den Belichtungszeiten dürfte es schwierig werden: Mit meiner DSLR hinter dem kleinen Refraktor (80/480, also f 6) brauche ich bei Iso 400 nur eine Tausendstel Sekunde, um die ISS mit Details aufzunehmen. Da dürfte vom verfinsterten Mond nichts zu sehen sein, ich rechne dafür eher mit einer halben Sekunde. Ich kann mir nur eine Doppelbelichtung als Lösung vorstellen.

    Ich werde mal von den Resultaten berichten, falls es welche gibt.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Ja, da habe ich auch noch ein wenig Bauchschmerzen. Der Kontrast ist dabei auch extrem gering zwischen Mond und ISS. Ich werde wohl mit hohen ISO-Zahlen rangehen müssen. Mal schauen. Ein Versuch ist es alle male Wert!

  2. Stefan sagt:

    Ich war gestern einem Denkfehler aufgesessen und hatte angenommen, die ISS wäre bei dem Transit von der Sonne angeleuchtet. Das war ein Irrtum!
    Ich habe es versucht, mit ISO 6400 und einer Achtelsekunde am 80/480-Refraktor. Das hätte eine zwei bis drei Bogenminuten lange Spur hinterlassen müssen – aber auf meinen Bildern ist nichts davon zu sehen, sie sind zu verrauscht und dunkel.
    Aber sonst war es spektakulär dank einer sehr klaren Nacht über Berlin. Der Mond war nicht “blutrot”, wie vielerorts zu lesen war, sondern hatte eher die Farbe rostiger Eisenbahnschienen. Auf einer Aufnahme kurz vor Totalität ist auch eine auffällige Blaufärbung in der Region des Mare Crisium zu erkennen.

    clear skies!

  3. Robert sagt:

    Also von der ISS habe ich nicht viel gesehen. Aber die Fisternis war trotzdem beeindrukend, da es eine klare Nacht war.
    Gibt es denn irgendwelche Fottos vom ISS-Transit? Würde mich freuen, wenn eins veröffentlicht würde.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Robert,
      die ISS war auch durch den dunklen Mond kaum zu sehen und erst recht zu fotografieren. Aus Deutschland ist mir kein einziges Bild bekannt. Aber der Franzose Thierry Legault (eins meiner Vorbilder) hat die ISS vor dem verdunkelnden Mond in der partiellen Phase erwischt.
      Hier mal ein Video mit dem Bild von Thierry https://youtu.be/F3O2IXHzXuw
      Viele Grüße
      Stefan

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