2 Tage Sonne im H-Alpha (Bericht)

Sonne_details_twitterAm 30.09.2015 und am 01.10.2015 habe ich mich intensiv mit der Sonne auseinandergesetzt und mit meinem Lunt LS50THa/B600 die Sonne beobachtet.

Entstanden ist diese Beobachtung da heraus das ich einen Handyadapter testen wollte. Das hat leider nicht wirklich gut funktioniert. Ziel hierbei war die Vorbereitung auf Astronomie-Periscope-Session, also die Livebeobachtung mit der Streaming-Software Periscope.

Nun gab es am 30.09. aber eine sehr große Protuberanz (Sonnensturm) und diesen wollte ich natürlich aufzeichnen.

Hier könnt Ihr nun die Ergebnisse meiner Anstrengungen sehen und nachlesen.


Ausrüstung

Die verwendete Ausrüstung habe ich hier im Blog schon in diesen Artikel beschrieben: Erfahrungsbericht H-Alpha-Sonnenbeobachtung mit dem Lunt LS50Tha/B600 oder hier: Königsdisziplin Sonnenbeobachtung im H-Alpha-Licht (Erfahrungen)

Mittlerweile bin ich beim Umgang mit der Ausrüstung viel geübter. Laptop-Einstellungen beim Aufnehmen der Videos gehen viel einfacher und ich weiß langsam worauf ich achten muss. Trotzdem ist der Lernprozess noch lange nicht beendet und somit habe ich bei dieser Beobachtung einige Tipps beherzigt.

So habe ich Protuberanzen und Sonnenoberfläche in zwei Videos aufgezeichnet und dabei die Belichtungszeiten geändert.

Das brachte in den Ergebnissen noch einmal einen deutlichen Schub nach vorn.

Hier seht Ihr die Ausrüstung noch einmal aufgelistet:

  • Lunt LS50Tha mit B600 Blockfilter (Bresser)
  • Skyview-Montierung mit Nachführung in Rektaszension (keine Einnordung)
  • QHYCCD 5-II-L monochrom Kamera
  • Laptop mit FireCapture für die Videoaufzeichnung
  • 2x Barlow

Bearbeitung

Auch bei der Bearbeitung mache ich langsam Fortschritte und lerne immer mehr hilfreiche Funktionen kennen.

Ich bearbeite die Bilder immer in den folgenden Schritten:

  1. Stacken der Videos mit Autostakkert2 (ca. 500Frame mit ca. 15% Auswahl)
  2. Schärfen der Bilder in Registax mit Wavelet-Filtern
  3. Nachbearbeitung mit Tonwertanpassung und Einfärbung mit Pixelmator

Diese Prozesse nehmen nicht mehr viel Zeit in Anspruch. Ausgenommen ist die Bearbeitung des animierten GIF’s vom 01.10.

Hier musste ich per Hand alle 16 Videos und anschließend die Bilder bearbeiten. Das sollte ich in Zukunft noch einmal automatisieren.

Nun zu den Ergebnissen.

Sonne vom 30.09.2015

Wie oben geschrieben hatte ich eigentlich vor meinen Handyadapter zu testen. Das ging leider etwas daneben. Schon allein, weil man die Sonne auf dem Display kaum sehen kann. Hier brauchen ich einen Schattenwerfer (Karton oder anderes) um das Handydisplay aus der Sonne rauszunehmen.

Nach einem visuellen Blick durch das Lunt zeigte sich aber eine riesige Protuberanz. Diese wollte ich gleich festhalten und baute Laptop + Kamera auf. Das Bild der gesamten Sonne vom 30.09.2015 könnt Ihr hier sehen.

Sonne_gesamt

Die Bearbeitung habe ich oben schon beschrieben. Auf der rechten Seite sieht man deutlich die große Protuberanz, die mehrere Erddurchmesser groß ist.

Natürlich wollte ich diese auch im Detail aufzeichnen und nahm die 2xBarlow-Linse zu Hilfe.

Sonne_details

Auch hier habe ich zwei Videos erstellt und die Ergebnisbilder dann über Masken übereinandergelegt. Mittlerweile bekomme ich die Farbe auch etwas besser in den Griff. Ganz gefällt es mir noch nicht, aber es wird langsam.

Um die Protuberanz noch etwas besser herauszustellen, habe ich mein monochromes Bild genommen und die Sonnenschreibe abgedeckt.

Sonne_details_2 

Der Massenauswurf an dieser Stelle ist gigantisch. Der Tag hatte sich also sehr gelohnt und es hat viel Spaß gemacht.

Sonne vom 01.10.2015

Am 01.10. hatte ich wieder etwas Zeit und konnte mich noch einmal der Sonne widmen. Ein erster visueller Blick auf die Sonne zeigte eine ganz andere Ansicht als es am Tage davor noch war.

Die Sonne hatte sich im wesentlichen wieder beruhigt und die Protuberanz hatte sich komplett aufgelöst.

Sonne_gesamt_PM

Einige kleinere Sonnenstürme waren am Rand noch zu sehen, aber nicht spektakuläres. Daher kam die Überlegung auf, was man den nun noch machen könnte.

Eine Idee dabei ist natürlich immer ein Timelapse. Also ein Zeitraffer einer bestimmten Region der Sonne. Hier bieten sich immer die Regionen um große Sonnenfleckengruppen an, da diese sehr Aktiv sind.

Da dies mein erstes Timelapse der Sonne war, wusste ich nichts über die Dynamik auf der Sonne. Also wie schnell ändert sich was. Ich entschied mich für Aufnahmen alle 5 Minuten mit 500 Frames pro Video.

Das ist zwar sehr Zeitaufwendig, aber es sollte sich lohnen. Ich erstellte also in einem Zeitraum von 1 Stunde und 20 Minuten genau 16 Videos a 500 Frames. Diese bearbeitet ich anschließend alle Einzeln mit dem oben beschriebenen Weg.

Animated_GIF_02

Herausgekommen ist ein animiertes GIF mit der Sonnenfleckenregion. Man kann sehr schön die Materie fließen sehen. Die Bildfelddrehung ist aber auch gut zu erkennen. Schließlich legt die Sonne in etwas unter 1,5 Stunden keinen unerheblichen Weg am Himmel zurück.

Ich habe gestern die Ergebnisse dann noch in ein Video gepackt und auf meinem Youtube-Kanal hochgeladen. Dieses Video könnt Ihr hier betrachten:

Fazit

Sich mit der Sonne zu beschäftigen macht Spaß. Es ist aber auch anstrengend. Während die Einzelbilder in der Nachbearbeitung noch gut zu Handhaben sind, wird es bei Animationen oder Timelapse schon grenzwertig. Ca. 4 Stunden habe ich an dem GIF gesessen.

Trotzdem werde ich versuchen weitere Animationen und Zeitrafferaufnahmen zu erstellen. Vor allem auch mal von der gesamten Sonne. Dieses dynamische System finde ich im Moment sehr spannend.

Ihr dürft also weitere Aufnahmen erwarten.

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