Anleitung zur Vorbereitung auf einen Besuch in einem Sternenpark

Seitdem es die Sternenparks in Brandenburg oder der Rhön gibt, empfehle ich sowohl in meinem Offline-Leben, als auch in meiner Onlinetätigkeit den Besuch eines solchen Sternenparks.

Man solle doch einmal hinfahren und sich der Schönheit des Sternenhimmels erfreuen. Für Hobbyastronomen und Sternenbegeisterte ist ein solcher Besuch ein Erlebnis, doch was tun Menschen die nicht so versiert und vertraut mit dem Sternenhimmel sind?

Ich vergesse das oft und gehe davon aus, dass Freunde und Bekannte sich halt nicht so vorbereiten können, wie es die Hobbyastronomen können. Daher möchte ich hier eine kleine Anleitung für jeden Schreiben, der mal gern in einen Sternenpark will und nicht so richtig weiß was er dort erleben kann.


Die Sternenparks in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es noch dunkle Ecken und so wurden in den letzten Jahren Sternenparks in Deutschland ernannt.

Das sind Gebiete die sich vor allem durch Ihren dunklen Himmel auszeichnen. Die Ernennung zu einem Sternenpark geht meist mit einigen Auflagen einher. So wird der ansässigen Industrie und den Gemeinden geraten auf die Lichtverschmutzung acht zu geben und den Ausbau von Laternen und anderen Lichtquellen so zu gestalten, dass möglichst kein Licht in den Himmel abgestrahlt wird.

So gibt es mittlerweile zwei große Gebiete die zu Sternenparks ernannt wurden.

Naturpark Westhavelland (Brandenburg)

Der Naturpark Westhavelland zeichnet sich nicht nur durch seinen dunklen Himmel aus, sondern auch noch zu seiner Nähe zu Berlin. So sollte man doch annehmen, dass die Berlinerinnen und Berliner in den Sternenpark Westhavelland fahren und sich die Sterne anschauen. Doch weit gefehlt. Viel weniger Besucher als erwartet verzeichnete der Sternenpark im letzten Jahr. Was wohl auch auf fehlende Infrastruktur und Angebote zurückzuführen ist.

Ich denke das es auch daran liegt, dass viele zwar den Sternenpark kennen, sich aber die Frage stellen: “Was mach ich wenn ich da bin?”

Auf der Seite des Fördervereins Sternenpark Westhavelland e.V. kann man sich informieren.

Nationalpark Eifel

Der Nationalpark Eifel ist der zweite Sternenpark in Deutschland. Auch hier gibt es eine Reihe an Informationen auf der entsprechenden Infowebseite.

Da ich aber aus Berlin komme, kennen ich den Sternpark in der Eifel leider nicht. Das spielt aber auch keine Rolle, denn die Vorbereitung ist die gleiche.

Was benötigt man also nun um sich auf einen Besuch im Sternenpark vorzubereiten.

Gehen wir die einzelnen Schritte und benötigten Objekte einfach mal durch.

Vorbereitung auf einen Sternenparkbesuch

Hier also alles Schritt für Schritt erklärt.

1. Wetter prüfen

Das wichtigste ist wohl die Wetterprüfung. Hierbei kann man auf einige Webseiten zurückgreifen. Natürlich ist es bei der Wettervorhersage niemals zu 100% möglich auf allen lokalen Wetterbedingungen einzugehen. Aber die Prüfung vor der Fahrt in den Sternenpark erhöht die Wahrscheinlichkeit.

Der Beginn der Prüfung sollte so ca. 3 Tage vor dem Besuch im Sternenpark starten und natürlich dann am besten jeden Tag neu durchgeführt werden. Wer sich spontan zu einem Besuch entschließt, kann diese Prüfung auch erst am Tag der Abfahrt machen. Trotzdem sollten man schon im Vorfeld wissen wo man hinfährt und sich eine Adresse in der Nähe heraussuchen.

Mit dieser Adresse kann man nun auf bekannte Wetterseiten gehen und dort den zu besuchenden Standort eingeben. Meteoblue ist eine solche Wetterwebseite die auch viele Informationen zu Luftunruhen etc. vorstellt.

2. Vorbereitung auf den Sternenhimmel

Wer noch nie unter einem Sternenhimmel gesessen oder gelegen hat, der wird von der Vielzahl der Sterne erschlagen. Vor allem sollte man sich auf den Sternenhimmel vorbereiten. Schließlich wird man von seiner Frau oder den Kindern oder dem Ehemann viele Fragen gestellt bekommen. Wo befinden sich die Fische? oder Was ist eigentlich der Orion oder Kann man heute auch Planeten oder Sternschnuppen sehen?

Damit man sich nun nicht durch diverse Foren fragen muss, kann man sich die kostenlose Planetariumssoftware Stellarium herunterladen und auch dort den Standort der Beobachtung eingeben. Mit Datum und Zeit kann man nun sich den Sternenhimmel schon mal vorab anschauen und sich einprägen was man dort sieht.

Eine Einführung in diese Software findet Ihr hier im Blog unter: Einführung in das Planetariumsprogramm Stellarium

3. Dinge die man braucht

Da man ja nun Stellarium nicht unbedingt auf einem Laptop mitschleppen möchte, gibt es ein paar Dinge die man benötigt und die für Unterwegs sehr hilfreich sind.

Drehbare Sternenkarte

Eine drehbare Sternenkarte ist für mich immer noch das einfachste Mittel um sich am Himmel zu orientieren. Die Sternenkarten gibt es schon ab 10 € im Handel und diese lassen sich einfach über Jahrzehnte hinweg benutzen. Einmal gelernt, kann man sich ohne Handy oder andere vom Strom abhängige Geräte orientieren.

Eine Einführung zur Benutzung der Sternkarte findet man hier: Die drehbare Sternenkarte (Video – Wie funktioniert eine Sternkarte)

Wer noch keine solche Sternenkarte besitzt, kann sich diese z.B. bei Amazon besorgen: Die Drehbare Sternenkarte für 14,90 € (bei amazon*)

Rotlichtlampe

Eine Rotlichtlampe dient dazu die Dunkeladaption des Auges nicht zu zerstören. Wer schon einmal längere Zeit unter einem klaren und dunklen Himmel gestanden hat, wird schnell merken wie viele Sterne nach kurzer Zeit sichtbar werden.

Das Auge gewöhnt sich dabei an die Dunkelheit. Dies kann aber mehrere Minuten dauern. Problem bei der Sache ist, dass nach dem Blick aufs Handy oder in eine Weißlicht-Taschenlampe plötzlich die Adaption wieder futsch ist.

Bei einer Rotlichtlampe (also Lampen mit rotem Licht – nicht die Heizlampen) passiert dies nicht. Dazu gibt es mehrere Angebote, die ich auch schon mal hier im Blog vorgestellt habe.

Ich empfehle ja immer Rotlichtlampen als Stirnlampen. Das ist natürlich kein muss, aber die Stirnlampe lasst es zu das beide Hände frei bleiben und damit hat man mehr Spielraum.

Rotlicht Astro-Stirnlampe für 19,99 € (bei amazon*)

Fernglas nicht vergessen

Die praktische Astronomie lässt sich einfach mit einem Fernglas betreiben. Vor allem wenn der Himmel wie in den Sternenparks wirklich dunkel ist.

Da die meisten Haushalte ein Fernglas besitzen sollte man dieses nicht vergessen. So kann man sich mit dem Fernglas schon helle Objekte wie die Plejaden oder andere anschauen.

Allein der Blick durch den Sternenhimmel mit dem Fernglas zeigt erstaunlich viele Sterne am Himmel und durch die Vergrößerung werden es noch einmal um ein Vielfaches mehr als mit dem bloßen Auge.

Literatur

Auch für die Vorbereitung gibt es zwei Tipps von mir. Zum einen kann man sich das Kosmos Himmelsjahrbuch für das aktuelle Jahr besorgen. Aktuell natürlich in der Ausgabe 2016. Dort findet man nicht nur viele Tipps zum beobachten, sondern auch die Übersicht in welchem Monat des Jahres man was sehen kann. Die knapp 17 € sind hierbei sehr gut investiert und in Buchform (gibt es auch als APP) kann man es gleich mit in den Sternenpark nehmen.

Kosmos Himmelsjahr 2016 für 16,99 € (bei amazon*)

Neben dem Kosmos Himmelsjahr gibt es noch ein weiteres fantastisches Buch, welches direkt zu einem Besuch im Sternenparks einlädt.

Es bezieht sich zwar auf die Stadtbeobachtung, aber das tut der Sache keinen Abbruch, sondern hilft sogar.

Sterne beobachten in der Stadt 

Sterne beobachten in der Stadt ist ein Tourenguide für den Sternenhimmel. Hier werden unterschiedliche Touren vorgestellt und abgearbeitet. Dabei werden die Objekte klassifiziert und werden für Teleskope, Ferngläser oder das Beobachten mit dem bloßem Auge beschrieben.

Dadurch das es für die Stadt beschrieben ist, werden die leichten Hauptobjekte vorgestellt und damit bietet das Buch einen super Einstieg für den beginnenden Sternenfreund.

Mit knapp 8 € kann man bei diesem Buch auch wirklich nichts falsch machen. Eine Buchrezension findet Ihr natürlich auch hier in meinem Blog: Buchbesprechung: Sterne beobachten in der Stadt

Wer sich das Buch direkt besorgen möchte, kann das gern hier tun: Sterne beobachten in der Stadt für 7,99 € (bei amazon*)

Fazit

Wer in einen Sternenpark fahren möchte, braucht nicht viel Vorbereitung um sich mit den ersten Schritten in der Astronomie auseinanderzusetzen. Ein bis zwei Bücher reichen aus und schon findet man am Sternenhimmel viel mehr als man denken mag.

Eine Rotlichtlampe noch dazu und vielleicht das Fernglas eingepackt und schon kann es los gehen.

Natürlich braucht man noch gutes Wetter und das ist wohl der größte Knackpunkt bei einem Besuch im Sternenpark. Mit ein wenig Vorbereitung sollte das aber kein Problem sein. Wer sich nun noch einen der beliebten Sternschnuppenströme aus dem Kosmos Himmelsjahr heraussucht, kann auch diverse Sternschnuppen sehen und sich eine Menge Wünsche wünschen.

Ich hoffe ich konnte Euch zeigen, dass sich ein Besuch im Sternpark lohnt. Wenn das noch nicht der Fall sein sollte, lest doch mal diesen Gastartikel durch: Gastbeitrag: Astronomische Sommernächte 2015 – Teil 2: Nachtleuchtende Wolken, Polarlichter & ein Teleskoptreffen im Sternenpark Westhavelland

Dort sieht man auch tolle Aufnahmen aus dem Sternenpark.

Falls Ihr nun in den Sternenpark gefahren seit, dann meldet Euch doch gern bei mir oder schreibt in die Kommentare wie es Euch dort gefallen hat.

Ähnliche Artikel:

Anleitung zur Vorbereitung auf einen Besuch in einem Sternenpark, 5.0 out of 5 based on 2 ratings
Teleskop bei Astroshop
Werbung

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *