Brauchen wir Snapchat in der Wisskom?

imageIch bin Blogger, Youtuber, Facebooker, Twitteraner, Google-Pluser, Instagramer, Periscoper und seit kurzem auch noch Snapchater. Ja, es ist schon ganz schön viel und daher stellt sich mir natürlich immer wieder die Frage: Brauche ich auch noch Snapchat? Ich möchte aber diese Frage gar nicht aus persönlichen Gründen stellen, sondern sie etwas umformulieren und aus dem Blickwinkel der Wisskom betrachten: Braucht die Wissenschaftskommunikation auch noch Snapchat? 

 

Die Antwort ist sehr einfach und klar: Nein! (aber wie immer gibt es ein ABER) …

Wer in der Wissenschaftskommunikation unterwegs ist und nicht unbedingt Freier Mitarbeiter oder Selbstständiger ist, muss sich natürlich auch immer wieder Fragen: Was den ein neues soziales Netzwerk bringt? Diese Fragestellung ist sehr berechtigt und wird spätestens vom Chef gestellt, wenn er die Stundenzettel seiner Mitarbeiter anschaut und sieht das hier ein neues Netzwerk viel Zeit gekostet hat.

Was ist eigentlich Snapchat?

Tja, ich bin absoluter Newbie in Sachen Snapchat und habe zwar mehrfach davon gehört und ein wenig davon gelesen, aber so richtig habe ich mich mit diesem Netzwerk nicht weiter beschäftigt.

Vorgestern dann war es so weit. Warum ich auf den Gedanken gekommen bin? Ich weiß es nicht mehr, aber ich habe mir die APP Snapchat im Store heruntergeladen und diese APP gestartet.

Snapchat ist ein soziales Netzwerk. Nun könnte jeder sagen: Ahh, so wie Facebook und Twitter? Aber das passt nicht so ganz, den Snapchat ist eigentlich wie kein anderes soziales Netzwerk und daher war mein erster Tweet über dieses Snapchat auch folgender:

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Das Netzwerk selbst ist aber für jeden Kommunikator schon deshalb interessant, weil es das am schnellsten wachsende Netzwerk am Markt ist. Natürlich erhält man auch hier wieder nur sehr wenige Informationen darüber wie viele Benutzer Snapchat eigentlich hat, aber es sind aktuell irgendwas zwischen 100 und 200 Millionen Nutzer (laut Phillip Steuer  und Richard Gutjahr).

Die Funktionen in Snapchat lassen sich in wenigen Worten beschreiben:

  1. Du machst ein Bild/Video und schickst es Freunden. Diese Freunde können sich das Bild max. 10 Sekunden lang anschauen, dann wird das Bild wieder gelöscht.
  2. Du machst ein Bild/Video und legst es in Deine Geschichte (Story). Deine Freunde (Follower) können sich das Bild/Video nun 24h lang anschauen, dann wird es gelöscht.
  3. Verwende die Snapchat-Funktionen um Dein Bild/Video mit Icons, Text, Farben, irgendwelches gemalten Irgendwas aufzuwerten.
  4. Du kannst Bilder/Videos nur mit Snapchat selbst aufnehmen.
  5. Du kannst mit Deinen Freunden chatten oder deren Snaps anschauen.

Tja, das war es schon. Viel mehr kann man mit Snapchat nicht machen. Alles klar?

Ich glaube jetzt steigt langsam Deine Verwirrung und genau so ging es mir auch. Aus der Sicht des Kommunikators stellen sich gleich mal ein paar Fragen:

  1. Wer sind meine Follower?
  2. Wie finden mich meine Follower?
  3. Wie finde ich Leute denen ich Folgen möchte?
  4. Wer erstellt interessante Inhalte, so das ich weiß ich MUSS Ihm/Ihr folgen?

Aus der Gewohnheit mit anderen sozialen Netzwerken denkt ein Kommunikator so. Ich tue es zumindest und stieß hier sofort an meine Grenzen. Den Snapchat selbst ist ein abgeschlossenes System und daher greifen hier die Mechanismen zur Besucherakquise oder Reichweitenoptimierung aus anderen Netzwerken nicht.

Mittlerweile habe ich mich aber ein wenig kundig getan und ich denke das vor allem dieses abgeschlossene System dazu führt, dass Snapchat vor allem bei Jugendlichen so beliebt ist.

Bewertung des Netzwerkes

Genau diese Abgeschlossenheit des Systems bei Snapchat macht es so schwierig das Netzwerk zu bewerten.

Weiterhin wird jeder Kommunikator die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich einfach Fragen: Wofür erstelle ich den Content der nur so kurz sichtbar ist?

Schließlich sieht man alles nur entweder bis zu 10 Sekunden oder max. 24 Stunden in einer Story. Danach ist alles (fast) weg. Also warum sollte ich mir die Arbeit machen und mehrere Stunden oder gar Tage an einer Contentidee sitzen, diese in Snapchat dann umsetzen und nach 24h ist alles wieder vorbei?

Aber anscheinend ist genau das die Idee hinter Snapchat und daher ist das Netzwerk wohl so interessant für jeden. Es gibt aber noch einen Vorteil. Bei Snapchat ist der Benutzer auf die Inhalte konzentriert. Während man bei Facebook oder Twitter sehr schnell die Inhalte mit Werbung wegklickt, schaut man sich die Stories bei Snapchat viel konzentrierter und intensiver an. Schließlich ist die Story oder der Snap nach kürzester Zeit weg.

Nun lasse ich mich von den vielen Fragen nicht abhalten. Eher im Gegenteil. Ich möchte gern herausfinden ob Snapchat etwas für mich ist und daher habe ich gestern viele Youtube-Videos und Blogs gesehen/gelesen und mich einfach mal informiert. Mit der Zeit entstand ein Gedanke der zumindest ein gewissen Potential und ein Gefühl aufzeigte.

Snapchat kann interessant sein! Daher war der Entschluss auch schnell gefasst. Ein Feld-Versuch musste her.

Mein AHA-Effekt bei Storytelling

snapchatDu Funktion des Snap-Verschickens an Freunde ist nicht so sehr interessant für mich. Ich bin wohl doch in einem Alter, bei denen Freunde und Bekannte eher nicht in solch jungen Netzwerken rumhängen und alles ausprobieren wollen.

Das Geschichtenerzählen (Storytelling) hingegen finde ich spannend. Kleine Videos oder kreativ aufgearbeitete Bilder in einer chronologischen Reihenfolge zu einem bestimmten Thema finde ich schon spannend. Schließlich mache ich nichts anderes bei Twitter oder Facebook auch. Warum sowas also nicht auch mal bei Snapchat ausprobieren und gestern Abend war die ideale Gelegenheit dafür.

Im Planetarium gab es einen Vortrag zu Gravitationswellen. Warum also nicht einfach diesen Abend in einer Story innerhalb von Snapchat festhalten. Mir ist natürlich völlig bewusst, dass ich keine Follower habe und daher die Story auch keine Reichweite erzielt. Aber es war ein Feldversuch und sollte die Funktionen von Snapchat aufzeigen.

Da man in Snapchat solche Stories auch speichern kann, habe ich meine Story einfach mal in meinem Youtube-Kanal hochgeladen und kann diese Euch daher hier mal präsentieren.

Fazit zu meiner Story: Es war ganz lustig und ziemlich einfach die einzelnen Schnipsel zusammen zu tragen. Mir hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht und die Arbeitsweise entspricht eh meiner Gedankenwelt.

Es gibt schon eine ganze Reihe an anderen Stories im Netz. So besuchte Eva Schulz die MS Wissenschaft.

Oder Christian Müller beschreibt in einer Snapchat-Story “Warum sich Snapchat doch lohnt”

Braucht die Wisskom nun Snapchat?

Wie oben schon beschrieben wurde, ist die Antwort hier ganz klar Nein!, aber es gibt gute Gründe es doch zumindest einmal auszuprobieren.

1. Die Zielgruppe der Jugendlichen ist für die Wissenschaftskommunikation hoch interessant. Vor allem möchte ich persönlich in der Thematik Astronomie viel mehr Jugendliche sehen und daher werde ich mich wohl noch eine Weile mit Snapchat beschäftigen.

2. Das Storytelling eröffnet völlig neue und kreative Ideenmöglichkeiten. Kurze Segmente einer Veranstaltung mit ein wenig Fantasie aufgehübscht, kann auch ein tolles Video für Youtube ergeben. Snapchat ist ungeschönt und unverblümt offen. Es gibt keine Videonachbearbeitung oder eine Bilderaufbereitung. Hier wird das Veröffentlicht was gesagt wurde und wie es gesagt wurde.

Ich kann jedem Institut, jedem Kommunikator und jedem anderen Menschen der regelmäßig Veröffentlichungen in jedweder Art herausbringt Snapchat ans Herz legen. Probiert es aus und auch wenn das Netzwerk für Euch nichts ist, man gerät wieder in eine recht kreative Phase und muss sich mal wieder gänzlich neue Wege ausdenken. Das färbt sicherlich auch auf andere Bereiche ab.

Interessante Links und weitere Infos zu Snapchat

Wer nun noch nicht verstanden hat wie Snapchat funktioniert, sollte sich mal diese kleine Session von Richard Gutjahr anschauen.

Hier gibt es viele Tipps und Tricks über Snapchat. (dieses Video ist übrigens mit Persicope erstellt worden Zwinkerndes Smiley )

Auch das eBook von Phillip Steuer sollte man sich herunterladen und einfach mal darin lesen: Snap me if you can

Dieses ist eine klare Leseempfehlung für alle Snapchatter.

Fazit

Ich stehe noch ganz am Anfang von Snapchat und werde es nun in den nächsten Wochen einfach mal ausprobieren. Ich bin auf die Interaktion gespannt und ob meine Snaps und Stories andere animieren, vielleicht ein paar Fragen zu stellen. Das wird die Chat-Funktion von Snapchat mir dann hoffentlich zeigen.

Ich bin sogar ein wenig auf mich selbst gespannt und werde mal schauen was ich so produzieren werden. Aber auch andere Aspekte werden beim Test eine Rolle spielen. Ich will mal schauen ob Snapchat einen Einfluss auf das Besucherverhalten meines Blogs hier hat.

Aber auch einige Veranstaltungen aus der Astronomie und aus meinem Umfeld werde ich ankündigen und mal schauen ob sich nicht der ein oder andere aus Snapchat dann dort einfindet.

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