Mein Besuch im Sternenpark Westhavelland (Bericht über Sternenpark, Snapchat & ein bisschen Sternenbeobachtung mit Jupiter und Mond)

IMG_20160223_202146Gestern, am 23.02.2016, haben wir (Mitglieder des Zeiss-Großplanetarium, der Archenhold-Sternwarte, der Wilhelm-Foerster-Sternwarte und ich) uns mit dem Förderverein Sternenpark Westhavelland verabredet.

Ziel der kleinen Exkursion aus Berlin heraus, waren Gespräche über mögliche Kooperationen und natürlich die Besichtigung des tollen Natur- und Sternenparks im Westhavelland (Parey & Gülpe).

Natürlich ließ ich es mir, als Hobbyastronom, nicht nehmen ein wenig Kameraausrüstung mitzunehmen und falls es aufklaren sollte, wollte ich einige Fotos machen. Vorweg: Das gelang auch und so konnte ich meine Sternensucht befriedigen. Aber beginnen wir von vorn.


Besuch im Natur- und Sternenpark Westhavelland

Hier im Blog habe ich vor ca. 2 Jahren darüber geschrieben. Der Sternenpark Westhavelland ist der erste Sternenpark in Deutschland. Im Artikel Ein Sternenpark für Deutschland–der Erste übrigens habe ich ausführlich berichtet.

Mittlerweile gibt es dort einen Förderverein Sternenpark Westhavelland und dieser wird immer aktiver und sucht nach Möglichkeiten den Sternenpark zu entwickeln.

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Die Nähe zu der Großstadt Berlin und die hohe Anzahl an Sternenhäusern in der Stadt sind natürlich eine große Chance hier mit dem Sternenpark in die Metropole auszustrahlen. Welche Stadt hat schließlich schon Deutschlands dunkelsten Ort quasi vor der Haustür?

So machte sich eine kleine Delegation der Sternenhäuser und mit mir vom Clear Sky-Blog besetzt auf in den Sternenpark.

Ankunft und Begrüßung

IMG_20160223_140222Die Autofahrt ins Westhavelland dauert von meinem Berliner Wohnort ca. 2 Stunden. Unterwegs konnte ich mir natürlich viele Gedanken machen, wie man den Berliner wohl in den Sternenpark bekommen könnte.

Dabei beschlich mich ein Gefühl. Nach ca. 1,5 Stunden fahrt hatte ich schon das Gefühl auf Reisen zu sein. Also nicht der übliche Alltag mit “Ich fahre mal zu einem Stammtisch” oder “Ich habe ein Termin in der Friedrichstraße”. Nein, ich hatte das Gefühl auf Reisen gegangen zu sein.

Das klingt jetzt ein wenig unwichtig, ist es aber nicht. Wenn man ein Gefühl für Reisen bekommt und denkt das es kein kleiner Ausflug mehr ist, ist die Schwelle es so mal eben zu tun wesentlich höher. Nun bin ich dran gewöhnt in Deutschland rumzufahren und ich kenne das Gefühl recht gut, aber für die Berliner ist es halt einfach etwas was diese abhält ins Westhavelland zu fahren.

Nach zwei Stunden gemütlicher Fahrt über Landstraßen und immer weniger Autoverkehr durch andere Verkehrsteilnehmer kam ich um 14 Uhr in Parey an. Kurz vorher fuhr ich auf das Dorf zu und sah eine Regenwolke hinter diesem stehen. Das sah so toll aus, dass ich erst einmal am Treffpunkt vorbeifuhr und nach ein paar Häusern schon wieder aus dem Dorf raus war.

IMG_20160223_135153Parey ist also wirklich klein.

Kurz nach 2, also eher gegen halb 3 trafen dann auch meine Kollegen der Sternwarten ein und wir starteten erst einmal bei Kaffee und Brötchen einen informativen Austausch.

Anschließend schauten wir uns das Gelände und sprachen über die Nutzung des Geländes mit anschließender Begehung eines Gebäudes. Dort lag dann auch erst einmal ein recht großer Refraktor aus Potsdam herum. Was jeden Hobbyastronomen gleich mal interessierte.

Quer durch den Sternepark

Der zweite Teil des Besuchs gestaltete sich so, dass wir uns verschiedene Orte im Sternepark anschauten. Den ersten Standort hatten wir ja mit der obigen Besichtigung schon abgehandelt. Anschließend ging es mit dem Auto über einen Feldweg von Parey in Richtung Gülpe.

Für ein Berliner Stadtkind ist natürlich so viel Land und vor allem so viel Himmel schon sehr erschlagend.

Beim ersten Zwischenstopp mitten auf dem Feld konnte ich einen guten Überblick erhalten. Im Panorama sieht man die Weite des Sternenparks.

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Aber auch mit dem FishEye-Objektiv gelingen hier tolle Bilder der Landschaft.

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Nach diesem Stopp ging es dann nach Gülpe. Ein etwas größerer Ort, aber immer noch sehr klein. Gut gegen Berlin ist wohl alles klein, aber es ist und bleibt ein Dorf (was in diesem Falle nicht negativ gemeint ist).

Als erstes besuchten wir den örtlichen Sportplatz. Dort gibt es einmal im Jahr das WHAT (Westhavelländer Teleskoptreffen).

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Eine kleine Regenfront hinter dem Ort sorgte für stimmungsvolle Aufnahmen.

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Anschließend hatten wir noch ein Treffen mit einer ortsansässigen Pension. Bei Kaffee und Kuchen könnte wir so unseren Ideenaustausch vertiefen und unsere Eindrücke erläutern.

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Snapchat-2706443504702575023Auch der Kaffee und der Kuchen waren astronomisch begleitet. So entdeckte ich einen kleinen Sternegucker auf dem Tisch.

Nach der kleinen Erholungspause und einem sehr interessanten Gespräch ging es weiter mit dem Spaziergang durch das Dorf.

Alles ist hierbei natürlich zu Fuß gut zu erreichen und so waren wir sehr schnell am Dorfrand angelangt.

Hier bot sich wieder ein fantastischer Blick über die Landschaft und die vielen Vögel wie Gänse und Kraniche die momentan auf den überfluteten Feldern stehen und einen Höllenlärm veranstalten.

Zur blauen Stunde, also kurz nach Sonnenuntergang, standen wir dann auf einer Brücke und genossen einfach nur den Ausblick.

 

 

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Nach einem weiteren kurzen Spaziergang kamen wir an der Badestelle des Ortes an. Dort kann man in der Havel baden gehen und da es nun immer dunkler wurde, konnten wir erste Sterne entdecken.

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Damit endete auch der offizielle Besuch im Westhavelland. Meine Kollegen fuhren anschließend noch zu einem Beobachtungsstandort. Ich hingegen verabschiedete mich und machte mich mit dem Auto zurück auf den Feldweg zwischen Parey und Gülpe.

Der astronomische Teil des Tages

Da der Wetterbericht keinen klaren Himmel ansagte, ließ ich mein Teleskop zu Hause. Ich nahm aber meine Kameraausrüstung mit und den Skywatcher StarAdventurer.

Ausgerüstet mit 3 Objektiven und dem StarAdventurer konnte ich ein wenig am Sternhimmel übern. Der StarAdventurer war auch sehr schnell eingenordet und ich begann einige Bilder zu schießen. Leider ging der Mond schon auf und 1 Tag nach Vollmond ist dieses ja extrem hell.

Neben dem Mond stand aber wundervoll auch der Jupiter und das war wieder ein toller Anblick. Ich lasse jetzt mal das geschriebene Wort weg und denke das die Bilder am besten erzählen können.

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Das letzte Bild muss man sich genau anschauen, denn hier sieht man neben dem fast vollen Mond auch Jupiter und dessen Monde. Hab ich auch erst heute auf dem Bild entdeckt.

Snapchat als Dokumentation

Einige Leser des Blogs haben es ja mitbekommen. Ich beschäftige mich mit dem sozialen Netzwerk Snapchat und auch diesen Besuch habe ich natürlich dokumentiert.

Mittlerweile lade ich die Stories anschließend bei Youtube hoch. Wer sich das also anschauen möchte, kann das hier tun:

Ich finde diese Art der Dokumentation wirklich toll und es macht Spaß immer wieder mal einen kleinen Snap zu erstellen.

Fazit

Die Beobachtung im Westhavelland macht wirklich Spaß und es MUSS Pflicht für jeden Hobbyastronomen aus Berlin sein, da einfach mal hinzufahren.

Natürlich sollte man eine Neumondnacht wählen, da gestern der Mond doch sehr gestört hat.

Alles in Allem war dies aber ein sehr gelungener Tag und wenn die Kooperationen mit den Sternenpark Westhavelland auch noch auf fruchtbaren Boden fallen, dann sollte hier ein toller Erlebnisort für Natur- und vor allem für Sternenfreunde entstehen können.

Meine Bilder sind nun bei einem denkbar schlechten Himmel entstanden. Ich könnte zwar viel mehr Sterne als in Berlin sehen, aber hier geht noch eine ganze Ecke mehr. Ein Video wurde mir bei Facebook geschickt und das möchte ich hier noch einmal Teilen.

Michael Schomann hat hier ein Zeitraffer auf dem WHAT2014 erstellt. Dort sieht man sehr gut was mit dem Himmel möglich ist. (Vimeo-Video: https://vimeo.com/106363802)

WHAT 2014 – HD 25 Version from Michael Schomann on Vimeo.

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