Das Schaltjahr 2016 und der Lauf der Erde um die Sonne

Das Jahr 2016 ist ein Schaltjahr und wir bekommen einen zusätzlichen Tag geschenkt. Doch warum ist das so und was hat das mit der Astronomie zu tun?

Sehr viel und daher möchte ich das Thema natürlich hier im Blog gern ansprechen. Es geht im wesentlichen um den Lauf der Erde um die Sonne und das die menschliche Zeitrechnung nicht so ganz auf den Lauf der Gestirne passt.

Schon Julius Cäsar und seine Berater erkannten das hier was nicht stimmt und änderten daher einfach mal so die Kalender der damaligen Zeit. Heute spricht man von der Kalenderreform und diese wirkt sich halt bis heute aus.


Kalender und das Chaos der Zeit

Kalender gibt es schon seit dem es Menschen auf der Welt gibt. Alte Kulturen wie die Maya oder die Ägypter beobachteten den Lauf der Sonne und Mond über den Himmel und erkannten zusammenhänge mit dem Wetter und den Jahreszeiten.

So gab es diverse unterschiedliche Zeitrechnungen und Kalender um die Tage im Jahr einzuteilen. Doch immer wieder mussten Verschiebungen der Tage eingefügt werden, da sich diese Tageszeiten wieder und wieder leicht änderten. Diese eingefügten Schalttage führten aber oft zu Verwirrungen und so manches mal wurden einfach mehrere Schalttage im Jahr eingesetzt um den bestehenden Kalender wieder in die Richtige Spur zu bekommen.

Julianischer und Gregorianischer Kalender

Mit zunehmendem Verständnis des Sonnenlaufs erkannte man die entsprechenden Systeme. So führte als erster Julias Cäsar den nach Ihm benannten Julianischen Kalender mit seiner Kalenderreform ein.

Hier gab es eine klar Regel für die Schalttage: In jedem 4. Jahr soll dem 24. Februar ein zweiter 24. Februar folgen.

Warum wurde diese Regel eingeführt? Jeder weiß das ein Jahr 365 Tage besitzt. Leider hält sich die Erde bei Ihrem Lauf um die Sonne nicht an diese klare Regelung. Die Erde benötigt für einen Lauf um die Sonne genau 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden. Sie braucht also ganz grob einen viertel Tag länger.

Das führt natürlich in unserem Kalendersystem zu Problemen. Zwar nicht gleich, aber über die Jahre hinweg würde die Verschiebung immer mehr werden und irgendwann (ca. 4-5 Jahre) wäre alles schon um einen Tag verschoben.

Damit nun die Daten zum Lauf der Sonne passen und wir im Kalender auch immer wieder die spezifischen Konstellationen wie Wintersonnenwende, Sommersonnenwende, Tag-und-Nachgleiche an den selben Tagen haben, bedarf es einer Zurückschiebung der Zeit. Genau das passiert beim Schalttag.

Der Julianische Kalender war also schon eine massive Verbesserung der Kalender. Wer aber genau hinschaut stellt nun fest, dass ein zusätzlicher Tag alle 4 Jahre noch nicht alle Probleme behebt. Wir haben nämlich nun ein längeres Jahr und das heißt man musste sich noch etwas einfallen lassen.

Der Julianische Kalender sorgt also im Moment dafür das wir alle 128 Jahre einen zusätzlichen Tag erhalten.

Der Gregorianische Kalender behebt dieses Problem. Im Jahre 1582 wurde unter Papst Gregor den XIII. eine Nachbesserung durchgeführt und so ergab sich ein Umbruch des Kalenders im Jahre 1582. Dort folgte nämlich dem 4. Oktober 1582 der 15. Oktober 1582. Der Papst ließ hier ganze 10 Tage aus dem Kalender streichen und änderte die Schalttagregel wie folgt ab:

Ein Schalttag erhalten Jahre, die ohne Rest durch 4 teilbar sind. Volle Jahrhundertjahre müssen außerdem noch durch 400 teilbar sein, um ein Schaltjahr zu werden.

Wer die Regel nicht ganz verstanden hat, kann sich die folgenden Jahreszahlen anschauen. 1700, 1800, 1900 sind keine Schaltjahre. Diese sind zwar zum Teil durch 4 teilbar, aber eben nicht durch 400. Erst das Jahr 2000 war wieder ein Schaltjahr.

Mit dieser Regel ist zumindest der Kalender für eine sehr lange Zeit gesichert. Erst nach 3230 Jahren würden wir wieder einen zusätzlichen Tag erhalten. Ich bin mir aber sicher, dass wir entweder dann nicht mehr auf der Erde verweilen oder ein schlauer Mathematiker die obere Regel noch einmal erweitert.

Unter Julias Cäsar wurde der 24. Februar als Schalttag genannt. Mittlerweile hat sich der 29. Februar sich als Schalttag durchgesetzt.

Das hatte einen einfachen Hintergrund. Früher war der 1. März der Beginn des neuen Jahres. Der Winter war an diesem Tag vorbei und daher wurde der 29. Februar als letzter Tag des alten Jahres gewählt.

Ihr seht also der Lauf der Erde um die Sonne bestimmt seit je her die Zeitrechnung der Menschen. Mit zunehmendem astronomischen Wissen um diese Bewegungen im Universum konnten die von Menschen verwendeten Zeitrechnungen (Kalender, Uhren) verfeinert werden und mussten immer wieder an die neuen Erkenntnisse angepasst werden.

In der Wissenschaft sind das ganz normale Vorgänge und diese werden uns immer wieder begleiten. Wenn Ihr also am 29. Februar an den Schalttag denkt, könnt Ihr nun Euren Freunden und Bekannten auch beschreiben wo dieser Tag herkommt und was er mit Astronomie zu tun hat. 

Quellen: Gregorianischer Kalender, Julianischer Kalender, Erde

Ähnliche Artikel:

Das Schaltjahr 2016 und der Lauf der Erde um die Sonne, 5.0 out of 5 based on 2 ratings
Teleskop bei Astroshop
Werbung

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *