Berlin-Tour zum #Astronomietag 2016 (19.03.2016) – Eine Bilder- und Twitter-Story

Astronomietag Faszination MondGestern war der #Astronomietag 2016. Ausgerufen wird dieser Tag jedes Jahr von der Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) (dem größten astronomischen Verein in Deutschland). Da ich am Vormittag für einen Artikel über die Verwendung von sozialen Netzwerken in der Astronomie recherchiert habe, wollte ich natürlich auch mal den Hashtag #Astronomietag eingeben und fand ganze 35(!) Tweets bei Twitter.

35 Tweets für einen deutschlandweiten Tag bei dem sich mehrere hundert Einrichtungen in der Datenbank des VdS eingetragen hatten. Das ist in meinem Social-Media-Augen sehr sehr sehr traurig.

Daher entschlossen sich meine Frau und ich einfach eine Berlin-Tour zu starten und diese natürlich auch in den sozialen Medien zu posten. So entstand eine ganze Reihe an kleinen Berichten zu unserer Berlin-Tour zum #Astronomietag.


Start der Tour

Das Motto des #Astronomietag ist: Faszination Mond und auch wenn viele Stationen in Deutschland leider unter einer Wolkendecke lagen, hatten wir Glück mit dem Wetter.

Da die Tour von Tweets und Handy-Bilder begleitet wurde, bekommt Ihr hier auch nicht einen ausformulierten Text, sondern eben die Tweets des gestrigen Tages.

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Gegen 17 Uhr ging es mit unserer Tour los. Hier kommen nun die Tweets und das Bildmaterial der ersten Station.

Station Nr. 1 – Sternfreunde im FEZ (Webseite: SiFez)

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Bei uns ging der #Astronomietag gegen 14:00 Uhr los. In anderen Städten bereitete man sich aber auch langsam auf den Astronomietag vor. So auch in der Volkssternwarte Jena:

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Damit war die Station 1 beendet und wir machten uns wieder auf den Weg.

Station Nr. 2 – die Wilhelm-Foerster-Sternwarte am Insulaner (Webseite: Wilhelm-Foerster-Sternwarte)

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Den Mond konnte ich dann auch durch den großen Bamberg-Refraktor der Sternwarte fotografieren. Dieses Foto entstand mit meinem Handy(!)

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Station Nr. 3 – die Archenhold-Sternwarte im Treptower Park (Webseite: Archenhold-Sternwarte)

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Wer es nicht genau sehen kann, der Jupiter ist in dem Bild unten links.

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Auch in der Archenhold-Sternwarte konnte ich den Mond noch einmal durch das große Spiegelteleskop fotografieren.

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Ende der Tour.

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Fazit nach 3 astronomischen Stationen und nach 5 Stunden

Alle 3 Station hatten für Ihre Besucher geöffnet und hielten neben spannenden Vorträgen auch die Beobachtungen am Sternenhimmel ab.

Es war also egal wo man sich hinbegab. Man konnte überall schön beobachten. Was uns auf unserer Tour auffiel war die Tatsache, dass alle 3 Locations nicht unbedingt einfach zu erreichen sind. Man musste immer etwas laufen und sich erst orientieren. Das heißt natürlich auch, dass die Laufkundschaft (Menschen die nichts vom Astronomietag wissen) nicht unbedingt in die Häuser gehen.

Umso mehr wundert mich die Bewerbung der Veranstaltung. Dazu aber gleich mehr.

Wir haben viel erlebt und die Tour durch Berlin war sehr spannend. Mir als Astronom hat es natürlich viel Spaß gemacht mit den Menschen zu reden und durch die Teleskope zu schauen. Meine Frau fand es toll, dass wir so viel unterwegs waren.

Uns beiden schmerzten die Füße und es war wirklich ein langer Nachmittag/Abend. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

Kritik am #Astronomietag, die VdS und andere astronomische Einrichtungen

Trotzdem der Tag für mich persönlich gelungen war, muss ich auf die Öffentlichkeitsarbeit eingehen.

Wie ich im Eingangsposting schon geschrieben hatte, ist der Astronomietag ein deutschlandweites ausgerufenes Event der Vereinigung der Sternfreunde e.V.

imageNatürlich habe ich im Vorfeld die ein oder andere Nachricht darüber auf Facebook gelesen und es freut mich immer sehr, dass in der Datenbank des VdS sich so viele Einrichtungen zum Astronomietag angemeldet haben. Auf der Webseite www.astronomietag.de findet man 190 eingetragene Veranstaltungen.

Nun bin ich selbst im Social-Media-Umfeld tätig und ich kenne mich auch ein wenig mit Veranstaltungen und dem dazugehörigen Marketing aus.

Schaut man sich nun zum Beispiel das Twitter-Verhalten zu einer solchen großen Veranstaltung an, dann findet man am heutigen Tage 96(!) Tweets zur Veranstaltung #Astronomietag. Davon entfallen allein 62 Tweets auf meine Person. Man kann also sagen, dass der Astronomietag bei Twitter nicht existent ist und das ist sehr traurig.

Der Twitter-Account Astronomietag hat am gestrigen Tag genau 2 Tweets veröffentlicht. Da kann man sich gern mal Fragen ob man sich diese beiden Tweets nicht auch sparen kann.

Auch bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken findet man kaum etwas zu dem Astronomietag und so erklären sich auch die geringen Besucherzahlen in den astronomischen Einrichtungen. Ohne jetzt konkret die Häuser zu benennen, hatte die eine Sternwarte gerade einmal 250 Besucher und die andere sogar nur um die 120 Besucher und das in einer Stadt in der 3,5 Millionen (3.500.000) Menschen leben.

Mein Anspruch wären ja hier gar nicht tausende von Besuchern, aber wenn es eine Veranstaltung von Nachmittags 14 Uhr oder 15 Uhr bis in die Nacht um 00:00 Uhr läuft, sollten Größenordnungen von 1000 eigentlich drin sein oder?

Was sollte man tun?

Nun bin ich nicht der Mensch der immer nur meckert, sondern ich probiere schon immer mit konstruktiven Vorschlägen zu kommen. Daher gibt es hier meine Vorschlagsliste:

1. Überdenken der Öffentlichkeitsarbeit der Vereinigung der Sternfreunde e.V. – hier ist die Öffentlichkeitsarbeit anscheinen nicht wirklich integriert. Weder lese ich hier vor dem Astronomietag regelmäßig Nachrichten des VdS zu diesem Event, noch wird an diesem Tag über das Event berichtet. Das sollte sich der Veranstalter (oder besser der Ausrufer) auf die Fahne schreiben. Mindestens sollte die Öffentlichkeitsarbeit 4 Wochen vor dem Astronomietag beginnen. So kann man diverse Aktionen starten: Bilderwettbewerbe mit dem tollsten Mondbilder von diesem Tag oder eine Vorstellungsrunde der teilnehmenden Einrichtungen über Twitter und Facebook.

Hier gibt es in den sozialen Medien eine ganze Reihe an Möglichkeiten mit denen man die Aufmerksamkeit der Besucher erhöhen kann und mit einer Strategie zur Interaktion bekommt man den “Buzz” an diesem Tag auch hin, dass die Besucher darüber berichten. Knapp 100 Tweets ist hier einfach keine Messlatte.

2. Öffentlichkeitsarbeit der Organisationen

Auch die Organisationen selbst können mit Ihrer Berichterstattung wesentlich mehr Menschen erreichen. Bei Twitter gab es 2-3 Sternwarten die mal 1 oder 2 Postings losgelassen haben. Einige Ausnahmen wie Jena gab es auch, aber das macht natürlich den Kohl nicht fett.

Sicherlich werden hier regional sehr viele Aktionen gefahren worden sein und sicherlich sind einige Zeitungsartikel etc. veröffentlicht worden. Aber der Astronomietag ist ein deutschlandweite ausgerufenes Event und daher bin ich der Meinung das hier auch deutschlandweit Aufmerksamkeit erzeugt werden sollte.

Hier sollte man einfach mal schauen ob man nicht mit Bloggern aus der Region zusammen arbeitet oder sich die Influencer (Personen mit hoher Reichweite in sozialen Medien – Meinungsmacher) aus den Social-Media-Kanälen sucht und vielleicht am Vormittag einlädt. Berichten diese Leute in Ihren Netzwerken erhält die ganze Veranstaltung eine wesentlich höhere Aufmerksamkeit.

Wer mit den obigen Hinweisen nichts anfangen kann, sollte sich einmal überlegen einen Social-Media-Manager einzuladen. Hier gibt es eine ganze Reihe an Freelancern, die gerne auch Vereine beraten. Die ersten Schritte in diese Richtung kann man natürlich auch allein gehen, aber besser wäre es schon mit Jemandem zu kooperieren, der sich in dieser Materie etwas auskennt. Vor allem kann man das gewonnene Wissen auch auf andere Veranstaltungen ausweiten.

Ich hoffe das wir im nächsten Jahr mehr öffentliche Aufmerksamkeit zum Astronomie-Tag erhalten.

Was haltet Ihr den davon? Habt Ihr eine eigene Meinung zu dem Thema “Astronomie und Öffentlichkeit”? Oder ist das Thema doch so verstaubt und angegraut, dass man die Menschen eh nicht mehr hinter dem Ofenrohr hervorholen kann?

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