Warum ein Dobson ein gutes Einsteigergerät, aber nicht für jeden geeignet ist?

Dobson Teleskop für EinsteigerHeute möchte ich wieder einen Artikel für Einsteiger in die Astronomie hier im Blog mit Euch besprechen. Wer in die gängigen Foren oder aber auch bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken nach einem guten Einsteigergerät fragt, erhält oftmals die Antwort, dass ein Dobson ein gutes Einsteigergerät ist.

Die Antwort ist auch in vielen Fällen richtig, aber leider nicht in allen. Daher möchte ich den Dobson hier im Blog vorstellen und mit Euch zusammen besprechen, warum er ein gutes Einsteigergerät ist, aber halt nicht für Jeden Einsteiger geeignet ist.

Dazu werden wir erst einmal klären was ein Dobson eigentlich ist und welche Vor- und Nachteile ein Dobson für Einsteiger in die Astronomie bietet.

Falls ich natürlich bei meiner Beschreibung etwas vergessen sollte, könnt Ihr das gern im Kommentarbereich dieses Artikels ergänzen.


Was ist ein Dobson?

Die meisten Einsteiger in die Astronomie haben das klassische Teleskop vor Augen. Ein Refraktor oder auch Spiegelteleskop auf einer Montierung mit Stativ (äquatoriale Montierung) darunter.

Das sind die Teleskope die ein Einsteiger und Anfänger häufig im Netz sucht. Das es bei den Teleskopen aber unterschiedliche Bauweisen gibt und diese Ihre speziellen Vor- und Nachteile haben, wissen Einsteiger oftmals nicht.

Urheber: Szőcs TamásTamasflexDer Dobson ist so eine spezielle Bauart und viele Hobbyastronomen haben Ihren Weg in die Astronomie mit einem solchen Gerät gefunden.

Was ist aber nun ein Dobson? Der Dobson unterscheidet sich nicht von anderen Spiegelteleskopen. Die Technik mit Hauptspiegel und Fangspiegel ist 1-zu-1 die gleiche wie bei anderen Spiegelteleskopen der Newtonbauweise. Von daher gibt es bei einem Dobson nur einen großen Unterschied und das ist die Montierung, auch Rockerbox genannt.

Im Gegensatz zu anderen Teleskopen verfügt der Dobson über eine spezielle Montierung (azimutale Montierung) die nicht auf einem Stativ steht. Das Teleskop wird mit einer sogenannten Rockerbox bewegt und auf den Himmel ausgerichtet. Dabei führt der Dobson in einer azimutalen Bewegung nach und muss in 2 Achsen gedreht werden um Himmelsobjekten zu folgen.

Das schreckt Einsteiger und Anfänger häufig ab, ist aber nach meiner Erfahrung nach kürzester Zeit kein Problem mehr.

Vorteile eines Dobson

Der größte Vorteil eines Dobson-Teleskops liegt darin, dass die Rockerbox des Dobson sehr günstig hergestellt werden kann. Daher fließt das gesamte Geld in die Optik (den Tubus).

Hierdurch kann man schon sehr gute Geräte für einen geringen Preis bekommen.

So gibt es in der Astronomie eine Regel:

Nicht ersetzt Öffnung außer mehr Öffnung!

Das heißt im wesentlichen das die Öffnung und damit das Lichtsammelvermögen eines Teleskops entscheidend für die Abbildungsqualität ferner Objekte sind.

Anders gesprochen: Wer in die visuelle Astronomie einsteigen möchte und vorhat erst einmal den Sternenhimmel zu beobachten, sollte sich auf jeden Fall ein Dobson anschauen.

Ein weitere Vorteil ist die Transportabilität. Neben der Rockerbox gibt es halt nur noch den Tubus. Hier braucht man also nicht noch Gegengewichte und das Stativ transportieren. Die Rockerbox und der Tubus lassen sich gut und sicher auch in kleineren Fahrzeugen transportieren.

Weiterhin ist man mit einem Dobson extrem schnell Einsatzbereit. So braucht man nur die Rockerbox aufstellen und den Tubus einhängen und schon ist man fertig.

Der Dobson kann auch wegen eines weiteren Vorteils als gutes Einsteigergerät gelten. Wer später doch auf eine parallaktische Montierung für die Fotografie wechseln möchte, kann den Tubus seines Dobson oft weiterverwenden. So gibt es viele Hobbyastronomen, die sich später eine große Montierung gekauft haben und Ihren Dobson-Tubus auf diese Montierung gesetzt haben. Damit hat man erst einmal Folgekosten vermieden und kennt auf jeden Fall die optische Leistung seines Teleskops schon.

Vorteile im Überblick:

  • Preisgünstig – viel Öffnung für wenig Geld
  • Transportabilität
  • schneller Einsatz
  • Weiterverwendung des Tubus auf einer parallaktischen Montierung

Nachteile eines Dobson

Natürlich gibt es auch Nachteile mit einem Dobson. So kann man mit einem klassischen Dobson kaum fotografieren. Es haben natürlich auch einige Hobbyastronomen damit schon Fotos gemacht, aber dazu gehört viel Erfahrung und viel Übung. Einem Einsteiger mit Fotografiewunsch würde ich von einem Dobson abraten bzw. raten sich erst einmal mit dem Sternenhimmel visuell zu beschäftigen und später die Grenzen der Astrofotografie am Dobson auszuloten.

Ein weiterer Nachteil ist der tiefe Stand des Dobson. Um von der Zenitbeobachtung (Objekte hoch am Himmel) bis zur Horizontbeobachtung (Objekte tief am Himmel) alles abzudecken, ist der Dobson recht tief gebaut. Auf einem Stadtbalkon kann das nun schon zu Problemen führen, da diese Balkone oftmals sehr schmal sind.

Der Vorteil viel Öffnung für wenig Geld zu bekommen beinhaltet gleich einen Nachteil. Je größer das Teleskop ist, desto schwerer wird es. Das sollte man ebenso beachten.

Nachteile im Überblick:

  • nur eingeschränkt Fototauglich
  • Dobson-Beobachtung auf Balkonen nicht geeignet
  • Gewicht eines großen Teleskops

Bauweisen eines Dobson-Teleskops

Auch bei den Dobson-Teleskopen gibt es unterschiedliche Bauweisen. Diese möchte ich nun hier kurz ansprechen.

Klassisches Dobson-Teleskop

Der klassische Dobson ist bis heute wegen des günstigen Preises sehr beliebt bei Einsteigern. Viele Anfänger die mit einem solchen Teleskop in die praktische Astronomie eingestiegen sind, sind sehr zufrieden damit und empfehlen daher diesen Dobson oftmals weiter.

Der klassische Dobson ist einfach aufgebaut. Dazu gehört eine Rockerbox, ein Tubus in verschiedenen Durchmessern und der Sucher.

Meistens bekommt man im Paket auch schon Okulare dazu und ist damit Rund um versorgt.

Der klassische Dobson ist mittlerweile in Durchmessern von 3 Zoll (76mm) bis 10 Zoll (254 mm) erhältlich.

Die Preisspanne geht dabei von knapp 100 € bis 700 €.

Das beliebteste Gerät bei den klassischen Dobson ist ein 8 Zoll-Gerät (200 mm Durchmesser) mit 1200 mm Brennweite. Vergrößerungen bis 400fach sind mit diesem Gerät unter einem dunklen Himmel möglich.

Durch die relativ lange Brennweite ist das Gerät sowohl am Mond und Planeten als auch an DeepSky-Objekten wie Andromeda oder Orionnebel gut einsetzbar.

Der Preis liegt hier genau in der Mitte. So kostet ein 8 Zoll-Dobson heute ca. 460 €.

Skywatcher Dobson Teleskop N 200/1200 Skyliner Classic DOB*

Der Gitterrohr-Dobson

Da solche Geräte mit 10 oder mehr Zoll oftmals sehr schwer werden, gibt es mittlerweile Leichtbauweisen für Dobsongeräte.

Möchte man beim Dobson in die Größenordnungen über 10 Zoll einsteigen, sollte man sich die Gitterrohr-Dobson oder Dobson mit Flex-Tube anschauen. Diese sparen eine Menge an Gewicht durch eine veränderte Bauform.

Aber auch die Größe des Dobsons kann durch die Gitterrohrbauweise oder durch die FlexTube-Bauweise reduziert werden. Damit kann man sehr große Teleskope immer noch leicht transportieren.

Auf der rechten Seite im Bild sieht man einen 12-Zoll-Dobson (304 mm Durchmesser). Dieser Dobson hat schon einen Durchmesser von 1/3 Meter. Die Kappe kann dabei zum Transport eingefahren werden und man spart damit viel Platz.

Natürlich kosten solche Bauweisen entsprechen Geld und der Spiegel in dieser Größenordnung ist auch nicht mehr ganz so günstig. Trotzdem bekommt man hierbei immer noch die meiste Öffnung für sein Geld.

So gehen die FlexTube-Dobson von Skywatcher bei ca. 1.200 € los.

Skywatcher Dobson Teleskop N 305/1500 Skyliner FlexTube BD DOB*

Dobson mit GoTo-Steuerung

Ursprünglich fand die GoTo-Steuerung vor allem bei Geräten mit azimutaler Montierung (Celestrons oder Maksutovs) Anwendung. Später wurde diese auch auf die parallaktischen Montierung ausgedehnt und mittlerweile gibt es sogar GoTo-Steuerungen für Dobson-Teleskope.

Wer nicht weiß was GoTo ist: GoTo bezeichnet das Auffinden von Himmelobjekten mittels eines Computers. Dabei weiß die Steuerung wie das Teleskop steht und wo es gerade in den Himmel schaut. Gibt man ein zu beobachtendes Objekt z.B. Jupiter oder M42 in die Steuerung ein, fährt das Teleskop automatisch dieses Objekt an.

Hierbei entfällt also die Suche nach Objekten am Himmel und man kann sich voll und ganz der Beobachtung widmen.

Solche Dobson mit GoTo-Steuerung kostet oftmals bis zum 3fachen Preis des Gerätes ohne GoTo-Steuerung. Hier muss also jeder für sich entscheiden ob ein solches Gerät sinnvoll ist.

Im Vergleich zum obigen klassischen 8 Zoll-Dobson kostet ein Gerät mit 8 Zoll und GoTo-Steuerung leicht 1.200 Euro.

Skywatcher Dobson Teleskop N 203/1200 Skyliner FlexTube BD DOB GoTo*

Fazit

Viele Einsteiger sind begeistert von den Erfahrungen die sie mit einem Dobson-Gerät gesammelt haben. Einige Sternwarten mögen die Dobson-Geräte mit GoTo-Steuerung, da dadurch schneller ein Objekt den Besuchern gezeigt werden kann.

Die Vorteile eines Dobson sind ziemlich klar und wer die Nachteile in Kauf nimmt, ist mit einem Dobson als Einsteiger-Gerät immer gut beraten. Hierbei kann man sich durch die einfache Bauweise ganz seinem neuen Hobby hingeben und erhält von Anfang an ein gutes Einsteigerteleskop mit einem fairen Preis.

Solche ein Teleskop verwenden die Hobbyastronomen (auch die Profis) bis heute. Meine 8 Zoll-Dobson habe ich schon seit 20 Jahren und benutze Ihn neben meinen anderen Teleskopen immer noch sehr gern. Er ist schnell aufgebaut und man kann Vieles am Himmel sehen.

Für die Fotografie nehmen ich hingegen andere Geräte auf Montierungen die zum Teil 2mal oder 3mal so viel kosten wie der Teleskoptubus selbst.

Daher ist der Dobson auch für den visuellen Einstieg am Himmel sehr gut geeignet.

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