#AlleBeobachtenDieISS – wie ein astronomischer Hashtag zum Trend wurde

Wow, gestern war ein spannender Tag und aufregend noch dazu. Ich bin immer noch sehr überwältigt und möchte Euch daher die kleine Geschichte eines astronomischen Hashtag erzählen.

Natürlich fangen wir beim Anfang an und begonnen hat diese kleine Geschichte schon am Sonntag Abend. Wie aus einer kleinen Idee von begeisterten Hobby-Astronomen ein Twitter-Trend wurde.


Der Sonntag Abend und die ISS

Aktuell kann man die Internationale Raumstation wieder am Abendhimmel sehen und natürlich schauen sich die Hobbyastronomen solche Überflüge gern an. Ich zähle dazu und finde es einfach spannend die Raumstation ISS von der Erde aus zu beobachten.

So taten es an diesem Abend auch einige andere und meistens verständigt man sich an einem solchen Abend über Twitter. Mein erst kürzlich eingerichteter Twitter-Account ClearSkyBlog ist dafür natürlich sehr gut geeignet. Dort findet man immer wieder die Hinweise auf die ISS und wann man Sie genau sehen kann.

Ich habe mal versucht die Historie der Aktion nachzuvollziehen. Ich glaube das alles mit diesem Tweet angefangen hat:

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Im Anschluss entstand eine sehr kurze und knappe Diskussion mit dem Fazit: image

Wir, da waren @MelG_HI, @FlascheNitLeer und @Susticle und ich, waren uns einige. Wir machen einfach mal einen kleinen Twitter-Aufruf und wollen gemeinsam die ISS beobachten. Deutschlandweit gemeinsam, ohne am gleichen Ort zu sein. Mein Hashtag-Vorschlag #AlleBeobachtenDieISS wurde auch schnell angenommen.

Damit endete der Abend auch schon bald und ich startete zum Abschluss noch den Aufruf an ALLE, sich doch mit uns die ISS anzuschauen.

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Der Montag

Der Montag begann und einige wenige Likes und Retweets sammelten sich langsam an. Wie zu erwarten war, gab es über den Tag verteilt einige wenige Reaktion. Das sind wir aus der Astronomie gewohnt und haben nicht mit dem Ergebnis am Abend gerechnet. Es hat uns alle ein wenig überrollt.

imageMeinen Aufruf formulierte ich natürlich am Montag um und postete diesen mit den aktuellen Daten. Wie es zu erwarten war gab es wenige Rückmeldungen aus dem Vortrag. Einige wenige Leuten hängten sich an den Tweet an und wollten ebenso die ISS am 06.06.2016 beobachten.

Ich hatte dann am späten Nachtmittag noch meinen Weltall-Forscher-Club und musste daher weg. Zwischen 17 Uhr und 18 Uhr konnte ich nicht twittern oder nachschauen wie alles lief. Doch als ich wieder zu Hause war und die Zeit zum Überflug der #ISS immer näher rückte, merkte ich das es doch immer mehr Interessierte gab.

Als dann der Account der ESA auf Deutsch und einige andere den Aufruf retweeteten ging mein Abend richtig los.

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Ich glaube mein Startschuss begann 3 Stunden vor dem Überflug mit diesem Tweet:

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Ab da stand mein Twitter-Account nicht mehr still. Die Nachricht zum Hashtag #AlleBeobachtenDieISS nahm immer mehr fahrt auf und verbreitete sich wie ein kleines Lauffeuer.

Ich selbst wollte zum Überflug an einer speziellen Location stehen und den Flug der ISS im Foto festhalten. Daher machte ich mich gegen halb 10 auf den Weg und auch unterwegs trudelten immer mehr Nachrichten ein.

Meine Beobachtung der ISS

Angekommen an meinem geplanten Standort musste ich feststellen, dass dort schon ein Fotograf steht. Ob er wegen der ISS da ist? Man kann ja Fragen. Also ich mit Ihm sprach stellte sich heraus, dass er nur den Sonnenuntergang fotografieren wollte und die ISS oder Astrofotografie noch nie betrieben hatte. Auch der Aufruf zur ISS-Beobachtung war Ihm fremd.

So entwickelte sich ein angeregtes Gespräch und er blieb die ca. 45 Minuten bis zum #ISS-Überflug bei mir. Ich zeigte Ihm daraufhin den Mars und Jupiter und erklärte, dass er mit seiner Kamera auch Jupiter und die Mond fotografieren könne. Ein kleiner Fokussierworkshop folgte und dann hatte er sein Bild und war BAFF!

Dann hieß es nur noch auf die ISS warten. Meine Location war gewählt und ich entschied mich zum Glück für das FishAugen-Objektiv.

Der ISS-Überflug

Dann stieg Sie auf dem Horizontlicht der Stadt empor und erhob sich immer weiter am Himmel. Je dunkler der Himmel wurde, desto heller erschien die ISS. Langsam näherte sich die Raumstation dem Planeten Jupiter und erreichte Ihren höchsten Punkt.

Und was soll ich sagen: Mein Handy stand nicht mehr still. Ein Tweet nach dem anderen kam rein und es brummte und brummte und brummte. Ich brauchte aber meine Konzentration für die Fotos und schaute daher nicht aufs Handy.

Dann war der Überflug schon wieder vorbei. Natürlich musste ich dann gleich mal auf mein Smartphone schauen und ich hatte irgendwas um die 50 neue Nachrichten. Gut, gleich mal prüfen, aber erst mein Beweisfoto für die Aktion posten. Abfotografiert vom Kamera-Display jagte ich mein Foto durchs Netz.

ISS, Jupiter und der Allianztower sind deutlich zu sehen. Aufgeregt macht ich mich auf den Weg nach Hause. Doch weit kam ich erst einmal nicht. Ein Tweet forderte meine ganze Aufmerksamkeit.

Der Twitter-Trend

Kennt Ihr die Twitter-Trends? Da kommen Hashtags rein, die zum einen sehr oft, und ich meine wirklich oft, geteilt werden und damit zu einem Trend-Topic werden. Das passiert für astronomische Themen fast nie. Sonnenfinsternisse mal ausgenommen.

Und plötzlich sagte mir Twitter:

Der Hashtag #AlleBeobachtenDieISS ist nun ein Trend-Topic und @ClearSkyBlog war der Erste der den Tag verwendet hat!

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Ich dachte nur, was das kann ja nicht sein. Also gleich mal Twitter anschalten und schauen. Ja, die Nachricht von Twitter, bei Twitter an mich war richtig. Unsere kleine astronomische Aktion hatte es in die Deutschlandweiten Trend-Topics bei Twitter geschafft. Wie cool ist das denn?

Davon musste ich natürlich ein Beweisfoto machen und erstellte ein Screenshot. Knapp nach halligalli und hartaberfair (zwei Fernsehsendungen) gab es den Hashtag #AlleBeobachtenDieISS

Wow, ich war in dem Moment überwältigt und hatte in der S-Bahn dann mal so richtig zu tun. Tweeten, Retweeten und Antworten auf Fragen. Von meinem Beobachtungszeitraum bis nach Hause war das Handy nicht einmal in der Tasche.

Da gab es Fotos aus Hannover oder Fragen aus vielen Regionen. Beweise und Aussagen man hätte die ISS gesehen, von Leuten die einfach mit Astronomie nichts zu tun haben.

Das war unser Ziel. Wir wollten vielen Menschen zeigen, dass man die Astronomie gemeinsam durchführen kann und eben schnell auch informieren kann. Es freut mich ungemein, dass wir das gemeinsam geschafft haben.

Schaut man sich eine Statistik zu dem Hashtag an, dann sieht das ganze so aus:

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Hier sieht man die Impressionen aus meinem ClearSkyBlog-Account. Und gestern stieg die Geschichte in ungeahnte Höhen.

Natürlich musste ich nun meine Bilder noch bearbeiten und hier sehr Ihr einfach mal zum Abschluss mein ISS-Trail.

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Natürlich hier der Tweet zu dem Bild, so wie es sich gehört. Das Bild in voller Auflösung gibt es dann auf meinem Instagram-Account wieder als Instagrid.

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