Gastartikel: Astrourlaub im Sternenpark Westhavelland (Alexander Putz)

Im heutigen Gastartikel geht es um die Möglichkeit, im Sternenpark Westhavelland einen Astrourlaub zu machen. Der Sternenfreund Alex war im Frühjahr diesen Jahres in Lochow und berichtet hier über seine Erfahrungen:

Astrourlaub im Sternenpark Westhavelland
von Alexander Putz

Vom 24.3. bis 26.3. besuchten wir die Familie Zemlin in ihrer Ferienhausvermietung um “Astrourlaub” zu machen. Wir haben die beiden über das Internet gefunden und waren von der Aussicht mal andere Teleskope auszuprobieren und dem dunklen Sternhimmel (21.65 mag/arcsec²)sehr angetan. Die Möglichkeit nach der Beobachtungsnacht einfach ins Bett zu fallen und nicht erst 50km nach Hause zu fahren, tat ihr übriges.
Die Anreise ging von Berlin aus problemlos über die B5 und dauert von Berlin Mitte etwa 1,5h. Nachdem wir uns gemeldet hatten ging es nochmal etwa 5min mit Auto durch den Wald bis wir in Lochow herauskamen. Hier hat man das Gefühl wirklich auf dem Land angekommen zu sein. Kaum Menschen, hin und wieder mal ein Haus und Totenstille. Für Berliner die nur die Großstadt gewohnt sind, kann das schonmal ein Schock sein. Uns Astronomen freut das natürlich, da wenig Häuser und keine Städte in der Nähe einen guten Nachthimmel bedeuten.
Wir bezogen zu siebt die beiden Doppelhaushälften 3/4. Die Zimmer waren sehr schön ausgestattet und konnten trotz Elektroheizung sehr gut beheizt werden. Detlef Zemlin versicherte uns, dass man das Zimmer selbst bei -10°C draußen noch auf 25°C heizen kann.
Da wir erst abends angereist sind, ging es schnell ans Kofferauspacken und dann gleich raus auf die Wiese.

Teleskopwiese

Teleskopwiese

Das Wetter war zum Glück auf unserer Seite. Klarer Himmel mit hin und wieder ein paar kleinen Schleierwolken.
Wir wollten natürlich auch mal andere Geräte ausprobieren. So konnten wir einen 10″ SC ACF, 8″ Newton, 4″ APO und ein Großfeldfernglas 20*88 Semi APO testen. Ich habe noch nie wirklich mit einem Großfeldfernglas beobachtet und war sehr gespannt darauf. Der erste Blick auf Orion mit dem Fernglas war toll! Superscharfe Abbildung und durch das Beobachten mit beiden Augen schien Orion richtig im Raum zu schweben. Der Blick fühlt sich einfach “plastischer” an. Trotzdem kommt das Lichtsammelvermögen natürlich nicht an das von Spiegelteleskopen mit 8″ oder mehr ran und
bei dunkleren Objekten ist schnell Schluss.
Auch der 4″ APO hatte eine super Abbildung und die Sterne im Okular waren bis zum Rand hin rund. Ein Manko war hier jedoch ein fehlender Sucher. Bei 700mm Brennweite einfach ein Muss. Der soll aber zeitnah angeschafft werden. Den 10″ SC habe ich persönlich nicht getestet.
Seine eigenen Teleskope kann man natürlich auch aufstellen, was wir auch gemacht haben.

Teleskoparsenal

Teleskoparsenal

Wer nach Osten hin Deep Sky Aufnahmen machen möchte, muss leider warten bis das Objekt nach Süden gewandert ist. Trotz der Entfernung zu Berlin ist die Lichtglocke nämlich noch schwach am Horizont zu sehen. Richtung Norden, Westen und Süden ist dafür die Sicht frei und der Himmel so dunkel, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Ich denke wir konnten alle das Fotografieren und Beobachten was wir uns vorgenommen haben und zufrieden ins Bett fallen. Die Lichtbedingungen vor Ort sind wirklich ausgezeichnet und machen Lust aufs wiederkommen.
Wie verbringt man nun am Besten den Tag?
Wir haben erstmal lange ausgeschlafen und sind um den Lochower See gewandert. Alternativ kann man die Umgebung per Rad erkunden oder einfach die Einsamkeit und Ruhe genießen. Muss man dann doch mal was einkaufen, geht das meines Kenntnisstandes nach nur im etwa 9km entfernten Rathenow.
Alles in allem war es ein sehr schöner Wochenendurlaub, den wir sicherlich wiederholen werden.

Hier noch ein paar Bilder die an dem Abend entstanden sind:

Die nördliche Krone/Corona Borealis. Ein sehr markantes Sternbild

Die nördliche Krone/Corona Borealis. Ein sehr markantes Sternbild

Der Planet Jupiter

Der Planet Jupiter

M88

M88 mit 10x600s Belichtung und ISO 400 am 200/900mm Newton

Die Feuerradgalaxie M101 am 150/750mm Newton

Die Feuerradgalaxie M101 am 150/750mm Newton



Vielen Dank an Alex für diesen aufschlussreichen Erfahrungsbericht über die Möglichkeit eines Astrourlaubs im Sternenpark Westhavelland und die tollen Bilder dazu.

Wer gern seine Erfahrungen und/oder Beobachtungsabende einmal hier im Blog beschreiben möchte, kann mir gern einen Bericht an info@clearskyblog.de zuschicken.

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