Mein Perseiden Bericht und was ist eigentlich eine Sternschnuppe?

Dieses Jahr hatten wir Glück mit den Perseiden. Neumondphase und Wochenende. Nun musste nur noch das Wetter mitspielen.
Am Haupttag selber tat es das bei mir leider nicht, jedoch war am nächsten Tag klarer Himmel. Ich war mit etwa 20 Gästen draußen, die alle unbedingt Sternschnuppen (englisch: shooting star) sehen wollten. Und das taten wir.

sternschnuppe

Eigentlich wollte ich ja eine schöne Zeitrafferaufnahme vom Nachthimmel machen, dazu bin ich jedoch nicht gekommen, da ich sobald es klar war immer mit Gästen draußen war. Tja so ist das nunmal als Berufsastronom…
Dafür konnte ich lange genug mit dem Auge die Perseiden beobachten.
Gezählt habe ich ca. 30 pro Stunde. Das ist natürlich nicht ganz so viel wie das Maximum, aber immer noch deutlich mehr als normalerweise.
Wir sahen wirklich alle Arten von Sternschnuppen: weiße, rote, lange, kurze, schnelle, langsame und welche mit langen Schweifen. Es waren wirklich alle Gäste sehr interessiert und sobald eine Sternschnuppe zu sehen war ging ein großes Raunen durch die Menge.
Nebenbei habe ich etwas zu Sternschnuppen und dem entstehen der Perseiden erzählt. Hier habe ich mal die Fragen aufgelistet die ich am häufigsten gestellt bekomme.

Was sind die Perseiden?

Die Perseiden stammen von den Überbleibseln des Kometen Swift-Tuttle, der genauso wie die Erde um die Sonne kreist. Da die Sonne einen Kometen der ihr nahe kommt, aufheizt, fängt dieser an Gesteinsbrocken zu verlieren, die dann entlang seiner Umlaufbahn verstreut sind. Jedes mal wenn die Erde die Bahn des Kometen kreuzt, verglühen die Überbleibsel in unserer Atmosphäre als uns bekannte Sternschnuppen.

Was ist eine Sternschnuppe?

Eine Sternschnuppe ist ein kleiner Gesteinsbrocken der in unserer Atmosphäre verglüht.

Das war jetzt sehr allgemein geantwortet und auch nur die halbe Wahrheit. Der leuchtende Punkt der sich bewegt ist tatsächlich der glühende Meteor, jedoch kommt der leuchtende Schweif durch ionisierte Luftmoleküle zustande. Der Schweif von größeren Sternschnuppen hat eine leicht grünliche Farbe, da ionisierter Sauerstoff grün leuchtet. Je nach größe des Meteors dauert die Sternschnuppe von einer Sekunde bis mehrere Sekunden und auch der Schweif ist manchmal noch für Sekunden danach zu sehen.

Doch nicht alle Sternschnuppen sind gleich Gesteine aus den tiefen des Weltalls. Hin und wieder verglüht auch Weltraumschrott in unserer Atmosphäre. Dieser ist langsamer als ein Meteor und glüht deswegen eher rot als weiß. Je heißer ein Objekt ist welches in unsere Atmosphäre eintritt, desto mehr geht die Farbe von rot in weiß über. Auch trifft Weltraumschrott die Atmosphäre eher parallel zur Erdatmosphäre (also “seitlich”), sodass die Atmosphärendichte und damit die Reibung nur langsam zunimmt.

Wie groß ist eine Sternschnuppe?

Sehr interessant wird es, wenn man die Gäste nach der Größe der gesehenen Sternschnuppen fragt. Da kommen Antworten die von mehreren Millimetern bis Kilometern reichen.
Erkläre ich dann, dass ein kilometergroßer Meteor (da dieser definitv einschlagen würde, wäre es dann ein Meteorit) ganze Länder verwüstet hätte, ist das Gelächter natürlich groß.
Kurze und kleine Sternschnuppen sind nur Stecknadelkopfgroß, wohingegen sehr leuchtkräftige und lange Sternschnuppen sogar Haselnussgroß sein können.

So eine Haselnuss ist wirklich nicht groß, schießt man sie jedoch mit 30-70 km/s (ja, Sekunde, nicht Stunde) auf unsere Atmosphäre ist das schon etwas anderes. Mit der Geschwindigkeit wäre man in ca. 10s von Berlin nach Köln gereist.

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