Die Earth Night – Eine Aktion für wenigstens eine dunkle Nacht pro Jahr

Earth Night Banner
Die Nächte auf unserem Planeten werden immer heller. Grund hierfür – wir Menschen. Wir verschmutzen unseren Planeten auf viele verschiedene Arten und Weisen. Von Plastik in den Ozeanen, dem Feinstaub in der Atmosphäre und dem Müll am Straßenrand hat jeder schon gehört, bzw. selbst bemerkt. Aber wir Menschen verschmutzen unseren Lebensraum auch auf andere Art. Weniger bekannt ist die von uns verursachte Lärm- und Lichtverschmutzung, welche eine große Auswirkung auf ganze Ökosysteme aber auch auf unsere eigene Gesundheit hat.In diesem Artikel soll es um die Lichtverschmutzung gehen. Diese spielt laut dem BMU eine große Rolle beim gewaltigen Rückgang der Biodiversität (mehr dazu hier). Studien zeigen, dass jedoch nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt mit einer starken Lichtbelastung zu kämpfen hat, sondern auch wir Menschen sowohl physisch als auch psychisch unter den Auswirkungen der hellen Nächte leiden. So wird unteranderem durch Licht die Produktion des Hormons Melatonin, welches für die Reglung des Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist, reduziert. Dadurch können zu Schlafstörungen und Übergewicht bis hin zu Krebserkrankungen verursacht werden.

Mal abgesehen von den Belastungen für Mensch und Umwelt führt die Lichtverschmutzung auch dazu, dass viele Menschen den wahren, wirklich dunklen Nachthimmel, gar nicht mehr kennen. In den Planetarien staunen die Besucher jedes Mal sobald es dunkel und die Milchstraße sichtbar wird. Aber viele der Gäste haben die vielen Sterne, die das schimmernde Band unserer Heimatgalaxie ausmachen noch nie am echten Nachthimmel gesehen und das obwohl sie so hell leuchtet, dass sie in besonders dunklen Regionen sogar hell genug ist um Schatten werfen zu können. Mit etwas Glück kann man in den großen Städten Deutschlands, in denen über die Hälfte der Bevölkerung wohnt, an die hundert Sterne sehen. Ohne Lichtverschmutzung wären es einige tausend. Mittlerweile ist die Lichtverschmutzung überall auf unseren Planeten stark verbreitet, sodass es nur noch wenig Orte gibt, an denen man absolut ungestört in den Himmel schauen kann. Während frühere Astronomen noch von Großstädten aus unser Universum erkunden konnten ist dies heutzutage fast unmöglich geworden. Deswegen befinden sich die größten Observatorien nun meist auf Inseln, auf hohen Bergen oder in Wüsten, weit entfernt von der Zivilisation.
Himmel Belin

Aufnahme von Stefan Gotthold vom 01.10.2015

Um auf die Probleme der Himmelsaufhellung sowohl für natürliche Umwelt, der Energieverschwendung, den gesundheitlichen Auswirkungen auf uns Menschen und dem Verlust eines natürlichen Sternenhimmels aufmerksam zu machen rufen die „Paten der Nacht“ (Webseite hier), zur Earth Night auf. Die Paten der Nacht sind Teil eines breitgefächerten Expertennetzwerkes zum Thema Lichtverschmutzung. Einmal pro Jahr soll die Earth Night im September während einer Neumondnacht stattfinden. In diesem Jahr also am 17. September.
Mitmachen ist laut der Webseite „Earth-Night.info“ simpel. Einfach ab 22Uhr die Lichtemissionen auf ein Minimum reduzieren. Um so mehr Menschen mitmachen, desto dunkler wird der Himmel. Ideal wäre es natürlich, wenn durch diese Aktion ein kollektives Bewusstsein dafür entsteht, was für dramatische Auswirkungen unsere künstlichen Lichtquellen für das Leben auf unserem Planeten haben. Also: Möglichst vielen Menschen von dieser (oftmals unterschätzten) Problematik erzählen! Eine Nebenwirkung könnte sein, dass wir wieder mehr Sterne an unserem wunderschönen Nachthimmel sehen können. Für mich wäre es allein schon deswegen Wert die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Wer es nicht mehr abwarten kann, bis in Zukunft die Lichtverschmutzung hoffentlich reduziert wird, um die Milchstraße zu sehen, der kann natürlich jeder Zeit mal einen Ausflug aufs Land, an die Küste oder zu einem der Sternenparks in Deutschlands machen. Wer dann auch noch schöne Bilder vom Nachthimmel machen möchte, dem empfehle ich mal zusammen mit Tom Radziwill im Rahmen seiner angebotenen “Abenteuer Nachtfotografie-Workshops” zum Sternenpark Westhavelland zu reisen. Von dort kann man so einen Sternenhimmel fotografieren:

Westhavelland

Aufnahme von Tom Radziwill aus dem Westhavelland

Link zur Webseite von Tom: Radziwill-Fotografie

Was kann ich tun, um die Lichtverschmutzung zu verringern?

Die Methoden sind sehr einfach und effektiv.
- Jalousien nachts schließen
- Unnötige Lichtquellen, wie zum Beispiel Außenbeleuchtung abschalten oder reduzieren
- Licht nach unten neigen, da wo wir es brauchen und nicht einen Großteil in den Himmel abstrahlen
- Wärmeres Licht bis maximal 2700 Kelvin nutzen

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